Digitaler Minimalismus und Spiritualität

Digitaler Minimalismus und Spiritualität

Digitaler Minimalismus und Spiritualität

Was haben digitaler Minimalismus und Spiritualität miteinander zu tun? Gibt es da überhaupt einen Zusammenhang? Ich bin überzeugt davon! Eine ganz praktische Folge von digitalem Minimalismus ist, mehr Zeit zu haben. Auf einer tieferen Ebene steht mehr Aufmerksamkeit zur Verfügung. Zeit und Aufmerksamkeit der persönlichen Spiritualität im Alltag zu widmen, ist natürlich eine Entscheidung des Einzelnen.

Inzwischen gibt es auch digitale Möglichkeiten den Glauben zu leben. Es gibt Apps, die beim Bibellesen unterstützen, und vieles mehr. Digitaler Minimalismus bedeutet, eine bewusste Entscheidung zu treffen, auch über Apps, die mir helfen, diese neuen Möglichkeiten für Spiritualität zu nutzen.

Digitaler Minimalismus und Spiritualität hängen also auf drei Ebenen zusammen: Aufmerksamkeit, Zeit und digitale Spiritualität.

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Aufmerksamkeit

Ich habe schon in meinem letzten Beitrag zum Thema “Digitaler Minimalismus” beschrieben, wie wichtig Aufmerksamkeit für spirituelles Leben ist. Hier nur ein paar Worte dazu: Wenn ich meinen Glauben leben möchte, brauche ich Aufmerksamkeit dafür – für Gott, für meinen Nächsten, für den Glauben. Wenn mir Social Media und Co. alle Aufmerksamkeit stehlen, dann bleibt keine mehr für die Spiritualität übrig. (Weitere Infos zum Aufmerksamkeitsdiebstahl bei t3n und wikipedia.)

Damit ich genug Aufmerksamkeit für meinen Glauben habe, möchte ich bewusster mit diesen Themen umgehen. Digitaler Minimalismus und Spiritualität können sich ergänzen. Es geht ja bei digitalem Minimalismus nicht um eine Verteufelung von digitalen Medien. Es geht vor allem um die richtige Nutzung.

Dazu habe ich mir ein paar Regeln aufgestellt, die ich gleich erläutern werde. Dabei ist noch viel im Fluss und ich probiere noch herum, aber das eine oder andere funktioniert schon sehr gut. Damit ich nicht vergesse, daran weiterzuarbeiten, möchte ich mir den Text des folgenden Lieds immer wieder bewusst machen:

Gerhard Schöne – Ganz einfach

Video: Lied bei YouTube.

Text: Text bei songtexte.com

Wir leben ganz allgemein viel zu oft nach diesem Motto:

Wenn du schlafst, stehst du schon auf.
Wenn du aufstehst, gehst du schon.
Wenn du gehst, ißt du schon,
Wenn du ißt, dann schaffst du.

Mit digitalem Overload wird das alles nur noch schneller, atemloser, bewusstloser. Der Rat, den der alte Mann in dem Lied seinem Sohn gibt, ist auch allgemeingültig:

Wenn ich schlafe, schlafe ich.
Wenn ich aufsteh‘, steh‘ ich auf.
Wenn ich gehe, gehe ich.
Wenn ich esse, ess‘ ich.

Das nehme ich mir auf für mein spirituelles Leben vor. Vielleicht könnte man weiterführen:

Wenn ich bete, bete ich…

Einfach mehr Zeit für spirituelles Leben

Digitaler Minimalismus und Spiritualität hängen aber auch auf eine ganz direkte Art und Weise zusammen: Wenn ich weniger Zeit mit dem Hetzen nach der neuesten Nachricht verbringe, dann habe ich schlicht und einfach – ganz praktisch – mehr Zeit für meinen Glauben.

Damit bin ich schon bei meinen ganz persönlichen Regeln, die ich im letzten Beitrag versprochen hatte. Auch hier gilt: Es geht nicht um einen absoluten Verzicht auf digitale Medien. Ich werde gleich sogar ein paar Tipps geben, wie Du digitale Hilfsmittel zur Unterstützung Deiner Spiritualität nutzen kannst. Für mich gilt hier das Motto des Paulus: Prüft aber alles und das Gute behaltet. (1. Thessalonicher 5, 21)

Ich nehme mir jetzt zum Beispiel mehr Zeit für eine Morgenandacht und das Lesen in der Bibel. Ja, ich weiß, das sind sehr klassische Formen von Spiritualität, aber wenn es mir doch gut tut! Ich freue mich darüber, dass es mir schon seit einigen Wochen wieder gelingt, das jeden Morgen zu tun. Ja, es macht sogar Spaß! Und inzwischen habe gar nicht mehr das Bedürfnis, zwischendurch WhatsApp zu checken.

Außerdem haben bei mir auch Morgenandacht und Bibellesen etwas mit digitalen Medien zu tun, aber dazu gleich mehr.

Meine Regeln für digitalen Minimalismus und Spiritualität

1. Ich habe mir einen neuen digitalen Workflow angewöhnt. Boah, ich bin so stolz auf diesen Begriff. Eigentlich meine ich damit nur die Art und Weise, wie ich mit Computer, Tablet und Handy umgehe. Unter anderem habe ich mich für eine(!) App für jede Aufgabe entschieden. Früher habe ich immer wieder neue Programme ausprobiert; vielleicht findet sich ja noch was Besseres. Jetzt bleibe ich bei einer Software für Mails oder zum Schreiben meiner Blogartikel. Das spart nicht nur Zeit, die ich sonst fürs Suchen vergeudet habe, es hilft mir auch mit den Programmen immer besser klar zu kommen.

2. Ich räume digital auf. Es gibt jetzt eine klare Struktur in meinen Dateien auf der Festplatte, die Bilder sind sortiert, Mails kann ich wiederfinden, Passworte sind gesichert. Na ja, noch ist nicht alles fertig, aber ich bin auf einem guten Weg dahin. Auch das spart sehr viel Zeit.

3. Regel: Vermindere das Hintergrundrauschen! Ich bin schon seit Wochen nicht mehr auf Twitter, Pinterest etc. gewesen. Ich schaue höchstens noch einmal pro Woche in Facebook. Und weißt Du was? Es ist überhaupt nicht schlimm! Ich habe noch nichts Wesentliches verpasst und es tut meinen Nerven gut, spart Zeit und gibt mir Aufmerksamkeit für gelebten Glauben zurück.

4. Entferne “digitale Leichen aus dem Keller”! Wieviele Apps hast Du eigentlich auf Deinem Handy, die Du schon monatelang nicht genutzt hast? Wieviele Programme auf Deinem Laptop brauchst Du eigentlich wirklich? Wieviele Videos gibt es auf Deiner Festplatte, die Du immer schon mal schauen wolltest – aber es nie getan hast? Weg damit! Es gibt doch heute kaum noch etwas, dass man nicht online wiederbeschaffen könnte (wenn es denn wirklich nötig wäre).

5. Was ich in den letzten Wochen neu gelernt habe: Auch eine digitale Todo-Liste kann zu viel Aufmerksamkeit stehlen. Einerseits ist das ja ein tolles Hilfsmittel! Weil ich aber nicht mehr alles auf Papier schreibe, kommt viel mehr auf die Liste, als nötig. Irgendwann gibt es so viele Todos, dass ich trotz einer richtig guten App komplett den Überblick verloren habe. Das hab ich mal mächtig verschlankt – und es war gut so!

All diese Regeln haben nicht direkt mit Spiritualität zu tun, aber sie geben mir mehr Zeit dafür und helfen meiner Aufmerksamkeit. Gerade bei dem letzten Punkt kommt noch dazu, dass ich ein neues Gefühl gewonnen habe, was wirklich wichtig ist. Auf die Todo-Liste kommen nur noch wichtige Dinge und wichtig ist mir eben auch, meinen Glauben im Alltag zu leben.

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Digitale Hilfen zur Spiritualität

In der Zeit des Corona-Shutdowns wurden Onlinegottesdienste und viele weitere Angebote der Kirchengemeinden im Internet sehr populär. Teilweise nahmen mehr Menschen an diesen Gottesdiensten teil, als sonst tatsächlich in die Kirche gingen. Diese Angebote sind vielleicht die bekanntesten und offensichtlichsten Möglichkeiten digital Glauben zu leben.

Auch wenn jetzt Gottesdienste in Kirchen wieder möglich sind, bieten Onlinegottesdienste eine schöne Ergänzung. Es sind auch Dinge möglich, die vor Ort nicht gehen. Ich arbeite zum Beispiel in einem Team mit, das sich zur Aufgabe gestellt hat, viele Menschen aus vielen Gemeinden gemeinsam Gottesdienst streamen zu lassen. Am 5. September 2020 um 19 Uhr werden wir sogar einen Gottesdienst mit Einspielungen aus Israel, Finnland, USA, Chile und Brasilien – und natürlich Deutschland – feiern. Weiter Infos dazu findest Du hier: Holy Days United.

Eine tolle Plattform für interaktive Onlinegottesdienste ist sublan.tv. Schau doch mal rein; es lohnt sich!

Eine wunderbare Hilfe zum Bibelstudium ist das Programm Logos. Ich nutze es schon seit vielen Jahren. In der Grundversion ist es kostenlos. Je nachdem, wie intensiv man es nutzen will, kann man viele weitere Funktionen und Inhalte dazukaufen. Wer gerne mit Computer und Handy arbeitet und sich eingehend mit der Bibel beschäftigen will, sollte sich diese Software auf jeden Fall anschauen: Website.

Seit ich mir bewusst Gedanken über meine Nutzung digitaler Medien mache, benutze ich zum Beispiel eine Funktion von Logos täglich: Den Bibelleseplan. Ich habe mir von der App einen Plan erstellen lassen, mit dem ich die Bibel in einem Jahr durchlesen kann. Jeden Tag bekomme ich einen entsprechenden Abschnitt automatisch angezeigt – auf dem PC, Laptop oder Handy. Das hilft mir, konsequent dabei zu bleiben.

Darüber hinaus gibt es viele weitere Angebote:

Und noch viel mehr! Auch hier nochmal ein – mir ganz wichtiger – Hinweis: Bevor Du alle diese Angebote zu nutzen versuchst, mach eine strenge Auswahl! Prüfe alles und behalte nur, was für Dich gut ist. Auch ein christlicher digitaler Overload ist nicht gut! Nutze lieber weniger, aber dafür richtig und intensiv.

Trotzdem möchte ich Dir noch zwei Angebote machen, die Du auf meinem Blog finden kannst:

  1. Meine Morgenandacht, die die kirchenjahreszeitlichen Texte benutzt und täglich wechselt. Es gibt keine “Predigt”, sondern eine liturgische Form mit Gebeten, Psalm, Lied und biblischen Lesungen. Vielleicht ist das ja für Dich genau die richtige Form. Diese Morgenandacht kannst Du einfach unter der folgenden Adresse aufrufen – auch vom Handy: Morgenandacht.
  2. Liturgisches Kirchenjahr auf meinem Blog: Ich stelle die liturgischen Texte und viele weitere Informationen zum Kirchenjahr auch auf meinem Blog zur Verfügung. Weitere Details dazu findest Du auf dieser Seite: Liturgisches Kirchenjahr.

Mein Blog und die Aufmerksamkeit

Jetzt habe ich Dir unter anderem meine Angebote vorgestellt. Dazu noch ein paar Sätze: Natürlich kämpfe ich mit meinem Blog auch um Deine Aufmerksamkeit! Selbstverständlich freue ich mich, wenn viele Menschen bei mir mitlesen. Aber auch hier gilt: Ich möchte vor allem Menschen erreichen, die das Thema interessiert! Wichtig ist mir Aufmerksamkeit für die Inhalte.

Ich gebe mir große Mühe, gute und verständliche Beiträge zu schreiben. Dieser Blog ist und wird immer kostenlos sein, aber ich plane auch Veröffentlichungen, mit denen ich etwas verdienen kann. Da ich nicht mehr als Pfarrer arbeite, muss ich natürlich auch sehen, wie ich ein Einkommen erarbeite. Dafür brauche ich viele Leute, die meine Angebote sehen und lesen und vielleicht auch irgendwann kaufen.

Dazu brauche ich Aufmerksamkeit – das gebe ich zu. Ich hoffe allerdings, dass es Dir (und noch vielen anderen) hilft. Ich freue mich, wenn Du prüfst und merkst, dass es gut für Dich ist. Dann habe ich mein Ziel erreicht.

Wenn Du mir dabei helfen möchtest, dann freue ich mich über Rückmeldungen und natürlich auch, wenn Du andere auf meinen Blog aufmerksam machst. Wenn Du noch soziale Medien benutzt, gerne auch darüber, wenn nicht, dann sprich doch einfach mit Deinen Freunden darüber.

Vielen herzlichen Dank für Deine Aufmerksamkeit!

Lechajim – für das Leben!
Liebe Grüße und bleib von Gott behütet!
Uwe

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Hier schreibt:

Uwe Hermann

Uwe Hermann
Digital-Pfarrer und Reli-Blogger

Zitat

Freude ist die einfachste Form der Dankbarkeit.

Karl Barth

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