Was bedeutet „liturgisches Kirchenjahr“?

Das liturgische Kirchenjahr ist für mich eine tragende Säule meines Blogs. Warum ist das so? Was meine ich überhaupt mit „liturgisches Kirchenjahr“?

Wir Christen feiern an allen Sonn- und Feiertagen des Kirchenjahres Gottesdienst. Im Lauf der Geschichte wurden bestimmte Texte dem jeweiligen Sonntag oder Feiertag zugeordnet. Diese Texte passen zum Thema des Gottesdienstes (zum Beispiel zu Weihnachten oder Ostern) und ergänzen und entfalten sich gegenseitig. Den gesamten Ablauf eines Gottesdienstes und die Feier selbst nennt man Liturgie (aus dem Griechischen, bedeutet “öffentlicher Dienst”).

Weitere Informationen zum Kirchenjahr findest Du hier: Kirchenjahr.

Diese Texte stammen zum größten Teil aus der Bibel, aber auch Gebete oder Lieder gehören dazu. Die evangelische Kirche hat die wichtigsten dieser Texte in einer Übersicht zusammengefasst, die man Agende nennt. Wenn wir nun einen Gottesdienst feiern, dann kann man aus der Agende die jeweils vorgeschlagenen Texte entnehmen.

Dies ist nicht verpflichtend, wird aber empfohlen. So sind dann für einen Gottesdienst der Psalm, die biblischen Lesungen, das Wochenlied und der Predigttext vorgeschlagen. Diese Zusammenstellung nenne ich hier „Liturgisches Kirchenjahr“.

Die wechselnden Stücke des Gottesdienstes nennt man Proprium (lateinisch, etwa: “das Besondere”, “das Eigene”). Alle Teile des Gottesdienstes, die immer gleich sind (z.B. Glaubensbekenntnis, Vaterunser…) nennt man Ordinarium (lateinisch, etwa: “das Regelmäßige”).

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Liturgisches Kirchenjahr

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Kirchenjahr
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Spiritualität

Kirchenjahr gehört mit Kirche und Bibel zum Bereich Spiritualität.

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Übersicht

Infos über alle Themen meines Blogs findest Du auf der Übersichtsseite.

Warum ist das liturgische Kirchenjahr so wichtig für meinem Blog?

Das hört sich alles vielleicht sehr trocken an, so als ob es nur für Spezialisten wie Pfarrer und Pfarrerinnen interessant ist. Wieso ist es mir aber für meinen Blog so wichtig?

Wenn Du regelmäßig hier mitliest, dann weißt Du, dass für mich das Kirchenjahr eine ganz besondere Quelle für eine Spiritualität im Alltag ist. Die Texte und Lieder des Kirchenjahres können in verschiedener Weise den Glauben im Alltag lebendig machen. Das beginnt bei der Feier des Gottesdienstes am Sonntag. Es kann das regelmäßige Lesen der vorgeschlagenen Texte aus der Bibel beinhalten. Außerdem prägen die Bräuche des Kirchenjahres die jeweilige Jahreszeit und erinnern im Laufe der Woche mitten im Leben an die Botschaft.

Für all das sind die liturgischen Texte die Grundlage. Für mich ist dabei wichtig, dass die Botschaften, die dabei vermittelt werden, eine ganz aktuelle Bedeutung für unser Leben haben. Sie enthalten Hilfen und Lebensweisheiten für ein gutes Leben. Deshalb beschäftige ich mich persönlich und auch in vielen Beiträgen hier auf meinem Blog mit diesen Anregungen.

Im Laufe der Zeit baue ich eine Datenbank mit all den liturgischen Texten auf. Noch bin ich nicht ganz fertig damit, aber ich arbeite regelmäßig daran. Die Texte des jeweils aktuellen Sonn- und Feiertags findest Du in einem eigenen Beitrag. Alle Beiträge führe ich unter diesem Artikel auf.

Bedienungsanleitung “Liturgisches Kirchenjahr”

In diesen Beiträgen zum liturgischen Kirchenjahr geht es um Informationen zu allen Sonn- und Feiertagen des Kirchenjahres. Du findest hier allgemeine Informationen, Hintergründe, Bräuche und alle liturgischen Texte.

Du kannst unten durch die einzelnen Beiträge durchschauen oder rechts in der Seitenleiste gezielt unter „Sonn- und Feiertage“ ein Fest auswählen. Die einzelnen Einträge zur Kirchenjahreszeit öffnen sich, wenn Du mit der Maus darüberfährst. Damit Du Dich besser zurecht findest, erläutere ich hier die einzelnen Abschnitte, die auf jeder Seite gleich sind.

Informationen

Zunächst stelle ich einige allgemeine Informationen zu dem Sonn- oder Feiertag zusammen. Dazu gehören Daten zum Thema des Sonn- oder Feiertags, zur Geschichte, Hintergründe oder allgemeine Anmerkungen. Bisher habe ich diesen Abschnitt (wie auch den Abschnitt “Bräuche” bei den meisten Beiträgen “Liturgisches Kirchenjahr” noch nicht fertig. Wie das in etwa aussehen soll, kannst Du schon mal auf der Seite zum 1. Sonntag im Advent sehen. Im Laufe dieses und des nächsten Jahres werde ich versuchen, alle Beiträge fertigzustellen.

Hier findest Du auch Angaben zu den Lesungs- und Predigtexten, die nach der Perikopenordnung (Erläuterung weiter unten in diesem Beitrag) vorgesehen sind. Wenn ein Stern hinter der Stellenangabe steht, dann ist es freigestellt, nur eine Auswahl aus der Bibelstelle zu lesen. Die Bibeltexte gebe ich immer aus der aktuell gültigen Revision der Lutherübersetzung von 2017 mit Genehmigung der Deutschen Bibelgesellschaft an.

  1. Die Lesung aus dem Alten Testament (AT-Lesung)
  2. Die Evangelienlesung
  3. Die Epistellesung
  4. Die aktuelle Perikopenreihe (siehe unten)
  5. Der aktuelle Predigttext

Zur Ordnung des liturgischen Kirchenjahres gehört auch eine liturgische Farbe. Jedem Sonn- und Feiertag ist eine der Farben grün, weiß, rot, lila und schwarz zugeordnet. Die Farbe des jeweiligen Tages findest Du auch in diesem Abschnitt.

Ebenso wird die Festzeit, zu der der Sonn- und Feiertag gehört, angegeben. Die Einteilung des Kirchenjahres wird nicht einheitlich vorgenommen. Oft findet man eine Dreiteilung: Weihnachtsfestkreis, Osterfestkreis und Trinitatiszeit. Der Theologieprofessor Kristian Fechtner schlägt eine Aufteilung in vier Abschnitte vor (in Parallelität zu den Jahreszeiten): Weihnachtsfestkreis, Osterfestkreis, Pfingsten und Späte Zeit des Kirchenjahres (die mit Erntedank beginnt).

Ich finde die Einteilung von Fechtner sehr sinnvoll (vielleicht schreibe ich mal einen eigenen Beitrag dazu), benutze aber aus praktischen Gründen und für eine bessere Übersicht folgende – etwas kleinteiligere – Aufteilung:

  • Adventszeit
  • Weihnachtszeit
  • Epiphaniaszeit
  • Vor-Passion
  • Passionszeit
  • Osterzeit
  • Trinitatiszeit
  • Ende des Kirchenjahres

Bräuche

Es gibt Dinge, die lassen Dich spüren, welche Zeit im Jahr gerade dran ist. Sind die Tage lang, hell und warm, dann ist Sommer. Ist es neblig und nasskalt… Oder fangen überall die Blumen an zu blühen… oder liegt Schnee… Auch das Kirchenjahr lässt sich so “erfühlen”: Steht der Adventskranz auf dem Tisch, der Weihnachtsbaum im Wohnzimmer, werden Eier gefärbt…

Bräuche oder Brauchtum sind sehr wichtig für das Erleben der Kirchenjahreszeit. Deshalb möchte ich das übliche Brauchtum hier beschreiben und erläutern. Allerdings gehe ich über die traditionellen Bräuche – wie Adventskranz, Weihnachtsbaum etc. – hinaus. Mir geht es hier eher darum, wie die Texte und Themen in unserem Alltag relevant werden können. Ich frage danach, wie das Kirchenjahr auch außerhalb der großen Festzeiten mit Symbolen, Liedern, Gedanken und Taten lebendig werden kann.

Vielleicht ist das Wort “Brauchtum” nicht so geschickt gewählt. Ich hoffe aber, dass Du Dich auf meine Vorschläge einlassen kannst und vielleicht wird das eine oder andere ja auch für Dich dann eine Gewohnheit, die Du im nächsten Jahr und immer wieder übst. Dann kann es zum ganz persönlichen “Brauch” werden.

Weitere Beiträge

Wie gesagt, spielt liturgisches Kirchenjahr bei mir eine wichtige Rolle. Deshalb habe ich schon eine Menge Beiträge dazu veröffentlich und werde auch immer wieder neue schreiben. Dazu gehören Predigten zu den Perikopen, Andachten zu den Wochensprüchen, Artikel zu den Themen, die das Kirchenjahr uns bereitstellt.

Ein paar Links zu solchen Beiträgen zu dem jeweiligen Sonn- und Feiertag findest Du an dieser Stelle.

Liturgische Texte

Eine Besonderheit meines Blog im Bereich “Liturgisches Kirchenjahr” ist, dass Du alle biblischen Texte und die meisten Wochenlieder als vollen Text findest. So musst Du nicht erst im Gesangbuch oder der Bibel nachschlagen, sondern kannst direkt hier lesen.

In diesem Abschnitt findest Du:

  • Wochenspruch: Jedem Sonn- und Feiertag ist ein Bibelvers zugeordnet, der sozusagen das Thema angibt.
  • Wochenpsalm: Die Psalmen gehören zu den wichtigsten Texten der Bibel und deshalb findet sich für jeden Sonn- und Feiertag auch ein Wochenpsalm. Im Gottesdienst wird dieser im Wechsel gesprochen. Damit Du das nachvollziehen kannst, sind die Texte entsprechend abgesetzt und eingerückt.
  • Wochenlieder: Seit der letzten Reform der Perikopenordnung (siehe nächsten Abschnitt) werden für jeden Sonn- und Feiertag zwei Lieder vorgeschlagen. Üblicherweise ist das ein “klassisches” Kirchenlied aus dem Evangelischen Gesangbuch (EG) und ein “moderneres” geistliches Lied aus dem Gesangbuch oder dem Ergänzungsband zum Evangelischen Gesangbuch (EGE).
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Perikopen

In der sogenannten Perikopenordnung sind die biblischen Texte für alle Sonn- und Feiertage des liturgischen Kirchenjahres verzeichnet. Diese Texte sind auch die jeweils vorgeschlagenen Predigttexte. Es gibt für jeden Sonn- und Feiertag sechs verschiedene Texte. Davon ist immer ein Text als Evangelium (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes), einer als Epistel (die anderen Teile des Neuen Testaments) und einer als Lesung aus dem Alten Testament vrgesehen.

Diese sechs Texte gehören dann im Verlauf des Kirchenjahres zu den sogenannten sechs Perikopenreihen, bezeichnet mit römischen Ziffern: Perikopenreihen I-VI. Die Texte aus einer Reihe sind von Advent bis Totensonntag die Predigttexte für die Gottesdienste in diesem Kirchenjahr. Zur Zeit (2020) befinden wir uns in der Perikopenreihe II.

Im Abschnitt Perikopen auf meinem Blog findest Du aber noch die Perikopenreihe VII. Die gibt es aber eigentlich nicht. Ich habe sie so eingerichtet, weil ich für meine Morgenandacht einen siebten Text brauche. Für jeden Tag einer Woche verwende ich eine Perikope als Lesung, deshalb habe ich für Samstags einen siebten Text benötigt. Ich benutze dafür einen von mir ausgewählten Text aus den Marginalien.

Was ist eine Marginalie? Zu den sechs Perikopen der sechs Reihen sind in der Perikopenordnung noch immer ein oder mehrere Zusatztexte angegeben. Die sind keiner Reihe zugeordnet, können aber sozusagen als Ersatz benutzt werden. Diese zusätzlichen Texte nennt man Marginalien, was in etwa “Randnotiz” bedeutet. Ich plane für später auch noch alle Marginalien-Texte in meine Datenbank “Liturgisches Kirchenjahr” aufzunehmen.

Links

Schließlich findest Du am Schluss jedes Beitrags zu “Liturgisches Kirchenjahr” auch noch eine kleine Linksammlung. Regelmäßig sind dabei Webseiten, die weitere Informationen zum Sonn- und Feiertag bieten und Links zu Predigtsammlungen. Wenn ich weitere interessante Seiten zu dem Tag finde, dann füge ich diese Links auch noch dazu.

Lechajim – für das Leben!
Liebe Grüße und bleib von Gott behütet!
Uwe