Du möchtest gerne eine besinnliche Adventszeit erleben? Klar, wer wünscht sich das nicht – zumindest etwas ruhiger, mit ein wenig Entspannung und ohne den üblichen Stress. Ich habe hier 10 Tipps für dich!

10 Tipps für eine besinnliche Adventszeit

Oh nein, schon wieder 10 Tipps für die Adventszeit? Vielleicht fragst du dich, ob ich das wirklich ernst meine. Zumindest könnte ich mir das vorstellen, weil das Internet zurzeit wieder überschwemmt wird mit Artikeln zu diesem Thema. Ich habe mir einige davon angeschaut. Ich muss ehrlich sagen, ich bin „not amused“.

Was sind das denn für Tipps, die da durchs Netz schwappen? Hier mal zehn (!) Beispiele:

  • Bereite vorher vor, was geht…
  • Besorg die Geschenke rechtzeitig…
  • Sag so viele Weihnachtsfeiern ab wie möglich…
  • „Befüll“ den Adventskalender mit gemeinsamer Zeit…
  • Back die Plätzchen an regnerischen Herbsttagen…
  • Plan Zeit für Massage und Entspannung ein…
  • Lies lieber mal ein Buch…
  • Nimm dir Zeit für die Familie…
  • Teilt euch die Vorbereitungs-Arbeit…
  • Besuch einen Weihnachtsmarkt und gönn dir einen Glühwein…

So schnell sind 10 Tipps für eine entspannte, ruhige, besinnliche oder was auch immer für eine Adventszeit zusammengeschrieben.

Puh, sorry, aber das nervt ganz gewaltig.

Versteh mich nicht falsch. Viele dieser Ratschläge sind wirklich gut und richtig. Setz soviel davon um, wie möglich. Es gibt auch tatsächlich ein paar schön geschriebenen und gute Artikel da draußen im Netz.

Zum Bespiel:
10 Tipps für eine besinnliche Weihnachtszeit
Weihnachtsstress vermeiden: 6 Tipps für den entspannten Advent
Oh du schöne, stressfreie Weihnachtszeit
Advent: deine Wunschliste

Advent ist Advent ist Advent…

Alles schön und gut, aber das Problem fängt für mich schon dabei an, dass schlicht und einfach Advent und Weihnachten verwechselt werden. Weihnachten ist am 25. Dezember. Vorher ist die Adventszeit! Ich mag es einfach nicht, wenn alles im Jahr so gleichgemacht wird. Ja, ich mag es auch nicht, wenn schon im Sommer die Adventsdeko und Schoko-Nikoläuse im Geschäft stehen. Es macht das Jahr und letztlich auch das Leben reicher und bunter, wenn man warten kann, wenn man nicht alles einebnet.

Dann frage ich mich auch: Was ist eigentlich besinnlich? Ja, es hat auch etwas mit Entspannung und mit Ruhe und weniger Stress zu tun. Das glaube ich auch. Aber vor allem geht es ums Nachdenken. Der Duden sagt, besinnlich heißt nachdenklich. Macht es nicht eher Sinn, mal darüber nachzudenken, worum es in der Adventszeit eigentlich geht? Natürlich meine ich damit auch die christlichen Hintergründe, aber es wäre ja auch gut mal darüber nachzudenken, was die alten Bräuche und Gedanken heute für uns bedeuten könnten. Ich glaube, da wäre noch eine ganze Menge durchaus auch sehr Modernes und Hilfreiches zu entdecken.

Meine alternativen 10 Tipps

Ja, ich weiß, jeder kann selbst für sich entscheiden, wie er oder sie darüber denkt und was einem guttut. Das ist auch völlig in Ordnung. Ich möchte aber hier mal beschreiben, was für mich zu einer wirklich besinnlichen Adventszeit und damit auch zu einer entspannten Vorbereitung auf Weihnachten führt.

1. Besinnung

Ja, es macht auf jeden Fall Sinn, sich mal Zeit zu nehmen. Gut wäre es aber dann auch, die Zeit dafür zu nutzen, über den Sinn nachzudenken. Sich Gedanken darüber zu machen, was wirklich wichtig ist im Leben und wie das in der Adventszeit und an Weihnachten umzusetzen ist.

2. Halte die Zeiten ein!

Damit meine ich, mach nicht alle Jahreszeiten gleich. Warte den Sonntag vor dem 1. Advent noch ab, bevor du die Adventsdeko herausholst. Dieser Sonntag ist im Kirchenjahr der Totensonntag. In der Zeit vor dem Advent erinnern wir uns an die Verstorbenen. Es ist eine Zeit, in der man auch mal über die Vergänglichkeit des Lebens nachdenken kann. Ja, ich weiß, dass ist nicht so angenehm wie ein Glühwein auf dem Adventsmarkt, aber es ist wichtig! Dann, nach Totensonntag kann es Advent werden und am 25.12. dann endlich Weihnachten.

3. Warten

Das alles hat etwas damit zu tun, warten zu können. Hieß es nicht früher einmal: Wir warten auf’s Christkind? Heute heißt es mit der Werbung wohl eher: Ich will alles, und zwar sofort! Warten scheint nur noch negativ zu sein. Warum auch warten? Ein Kredit macht es doch sofort möglich. Ostereier – Verzeihung: Partyeier – gibt es das ganze Jahr über. Warten in der Schlange an der Kasse oder im Wartezimmer des Arztes ist eine Katastrophe, die so manchen aggressiv macht.
Warten kann aber doch auch was Gutes haben. Im Warten gibt es die Vorfreude – und dann wird die Freude der Erfüllung umso größer. Vielleicht weiß die Landwirtschaft davon noch am Besten Bescheid. Man muss einfach warten, bis die Ernte reif ist. Das gilt auch für das Leben: Manches im Leben braucht Zeit zum reifen, aber dann ist es ganz besonders gut.

4. Der andere Advent

Seit über zwanzig Jahren bietet der Verein Andere Zeiten e.V. einen Kalender für die Advents- und Weihnachtszeit an, der etwas anders ist als üblich. Er lädt ein eben zur Besinnung, zum Nachdenken. Wenn du auch mal jeden Tag einen Moment innehalten möchtest, dann schau dir die Aktion doch im Netz an: Andere Zeiten. Dort kannst du auch den Kalender bestellen.

5. Sieben Sekunden

Ich gebe zu, nicht so genau zu wissen, was auf dieser Website passieren wird: Sieben Sekunden. Es scheint aber so, dass es sich lohnt auf diesen digitalen Adventskalender der evangelischen Kirchen bis zum 1. Dezember zu warten. Ich werde dann auf jeden Fall mal reinschauen.

6. Die Bibel

Ach du Schreck, die Bibel. Ja genau! Irgendetwas hat ja wohl Advent und Weihnachten mit der Bibel zu tun. Dort finden wir die Geschichten und Hintergründe, auf die sich dieser ganze Hype bezieht. Ich bin immer der Meinung, es lohnt sich, beim Original nachzuschauen. Die Geschichten von der Geburt Jesu und was so alles davor und danach passiert ist, findest du am Anfang des Lukasevangelium (digital hier: die-bibel.de).

7. Kopf hoch

Das steht tatsächlich auch in der Bibel. Es ist ein Spruch, der jedes Jahr als Wochenspruch am 2. Advent gesagt wird. Für mich einer der schönsten der Bibel: Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. Wäre das nicht mal ein toller Tipp für eine besinnliche Adventszeit? Kopf hoch! Geh erhobenen Hauptes durch diese Zeit. Schau deinen Mitmenschen offen und freundlich ins Gesicht. Steh zu dem, was dir wirklich wichtig ist. Geh mit neugierigen Augen in die Welt; sie ist es wert immer wieder neu entdeckt zu werden.

8. Freu dich!

Es gibt noch so einen tollen Bibelspruch in der Adventszeit. Das ist der Wochenspruch zum 4. Advent: Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe!
Freude ist doch etwas Wunderbares. Ja, ich weiß, es ist uns nicht immer nach freuen zumute. Es gibt so manches im Leben, das uns traurig oder auch wütend macht. Trotzdem! Halt doch in der Adventszeit mal Ausschau nach schönen Dingen, fröhlichen Ereignissen und liebevollen Menschen. Das macht Freude. Und immer dran denken: Geteilte Freude ist doppelte Freude.

9. Barbara, Nikolaus und Co.

Um die Adventszeit bewusst zu erleben, kann es hilfreich sein, sich die Geschichten von besonderen und interessanten Menschen anzuschauen. Dazu gehören für mich auch die Heiligen, an die wir uns in dieser Zeit jedes Jahr erinnern. Der bekannteste ist sicherlich der heilige Nikolaus. Aber vielleicht hast du auch schon mal von der heiligen Barbara oder der heiligen Lucia gehört. Es gibt noch einige mehr. Dazu gibt es eben die Geschichten, aber auch Brauchtum – nicht nur zum Nikolaustag. Such doch mal nach den Namen im Internet. Einen kleinen Tipp noch dazu: Schau auch mal nach dem Suchwort „Barbarazweige“. Vielleicht bringst du ja in diesem Jahr an Weihnachten Barbarazweige zum Blühen.

10. Ankunft

Wenn dann die Barbarazweige tatsächlich blühen, dann ist es endlich soweit. Dann hat sich das Warten gelohnt. Dann ist Weihnachten angekommen. An Weihnachten feiern wir Christen, dass Gott in die Welt gekommen ist. Was feierst du an Weihnachten? Vielleicht, dass die Familie mal wieder zusammenkommt… Oder feierst du eine große Party mit Freunden? Was auch immer und wie auch immer: Feier Weihnachten so, wie es für dich am Besten ist. Dann kommst du hoffentlich auch bei dir selbst an.

Am Anfang dieses Artikels habe ich mich ziemlich geärgert… Vielleicht bin ich nur zu traditionell, vielleicht ein miesepetriger Kirchentyp oder ein besserwisserischer Pfarrer – mag sein. Trotzdem wollte ich das mal loswerden.
Am wichtigsten war mir aber in diesem Artikel, Mut zu machen, sich wirklich auf eine besinnliche Adventszeit einzulassen. Ich glaube tatsächlich, dass solches Nachdenken zu einer Lebenseinstellung führen kann, die auch die Advents- und Weihnachtszeit bewusster, entspannter und besinnlicher macht.

Was meinst du dazu?

Lechajim – für das Leben!
Liebe Grüße und bleib von Gott behütet!
Uwe

PS: Wenn du „ganz meiner Meinung“ bist oder auch dich noch mal „über mich aufregen“ möchtest, kannst du gerne hier bei mir immer mal wieder reinschauen. Damit du nichts verpasst, abonniere doch meinen Newsletter: