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Genießen

von 24.04.20190 Kommentare

Ist es nicht wunderbar, wenn wir das Leben genießen können? Gehört es nicht auch zur „Weisheit des Lebens„, einen Weg zum Genuss zu finden? Das gilt sicher, wenn es uns gut geht, aber auch in den schwierigen Zeiten tut es gut, zumindest hin und wieder zu spüren, wie toll das Leben sein kann.

Genießen und Spiritualität

Hat Genießen auch etwas mit Spiritualität zu tun? Lange Zeit schien es so, dass der gerade der christliche Glaube sehr asketisch und genussfeindlich ist. Ich frage mich, ob das wirklich so sein muss? Sind nicht die Teile unseres Glaubens, die das nahelegen, überbetont worden? Haben wir die anderen Aspekte zu lange vergessen?

Für mich ist der Glaube an die Schöpfung schon allein Hinweis genug, dass der Schöpfer nichts gegen den Genuss dieses „Geschenks“ einzuwenden hat. In der Bibel heißt es, dass Gott den Menschen alles anvertraut hat, was „genießbar“ ist. Warum sollten wir es nicht nutzen?

Noch deutlicher spricht es ein Abschnitt aus dem Buch des „Predigers“ im Alten Testament aus:

Ist’s nun nicht besser für den Menschen, dass er esse und trinke und seine Seele guter Dinge sei bei seinem Mühen? Doch dies sah ich auch, dass es von Gottes Hand kommt. Denn wer kann fröhlich essen und genießen ohne ihn? Prediger 2, 24–25 (LUT84)

Essen, Trinken, guter Dinge sein, ja sogar fröhlich essen und genießen wird hier ganz positiv genannt. Was mich aber noch zuversichtlicher macht, ist, dass ausdrücklich gesagt wird, dass das alles von Gott kommt. „Wer kann genießen ohne Gott?“ Heißt das nicht, dass Gott sich freut, ja uns ganz nahe ist, wenn es uns gut geht?

Gott liebt Genießer

Ein weiterer Text aus dem Predigerbuch, den Du Dir gerne mal so richtig genussvoll auf der Zunge zergehen lassen solltest:

So geh hin und iss dein Brot mit Freuden, trink deinen Wein mit gutem Mut; denn dies dein Tun hat Gott schon längst gefallen. Lass deine Kleider immer weiß sein (= Festkleider!) und lass deinem Haupte Salbe nicht mangeln (= schminken). Genieße das Leben mit deiner Frau, die du lieb hast (oder: genieße das Leben mit deinem Mann, den du lieb hast), solange du das eitle Leben hast, das dir Gott unter der Sonne gegeben hat; denn das ist dein Teil am Leben und bei deiner Mühe, mit der du dich mühst unter der Sonne. Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu; denn bei den Toten, zu denen du fährst, gibt es weder Tun noch Denken, weder Erkenntnis noch Weisheit. Prediger 9, 7–10 (LUT84)

Dazu habe ich eine Predigt veröffentlicht: https://uwe-hermann.net/predigt-prediger-9-7-10/.

Neben der Lebensfreude und Genussfähigkeit, die dieser Text ausstrahlt, finde ich besonders beeindruckend, dass dabei die Mühe und manchmal das Leid des Lebens, bis hin zum Tod, nicht ausgeblendet wird. Gerade angesichts des Leids, das es in unserem Leben auch geben kann, ist die Freude und der Genuss besonders wichtig.

Das Thema Genießen hier im Blog

Ich werde später in diesem Beitrag noch detaillierter darauf eingehen, was Genuss bedeutet und wie wir das Leben genießen können. Es gibt so viele verschiedene Ebenen und so viele Bereiche, die damit zusammenhängen, dass ich kaum gewagt habe, das Thema einzugrenzen. Ich habe mich deshalb auf drei Punkte konzentriert, die für mich ganz besonders wichtig sind.

Lebensfreude

Ich genieße das Leben, wenn ich mich freuen kann. Das kann eine kleine Freude oder ein Spaß sein. Ein Witz, ein lustiger Film, aber auch eine Aufmerksamkeit eines Freunds oder die liebevolle Zuwendung des Partners…

Natürlich gibt es auch die ganz großen Highlights im Leben, die uns besonders Lebensfreude erleben lassen. Für die meisten Eltern ist des die Geburt ihres Kindes ein solches Highlight gewesen. Es kann eine bestandene Prüfung sein, eine neue große Liebe, die Zusage für den Traumjob… Das ist für jeden und jede etwas anderes.

Diese Erfahrungen, wenn wir das Leben in vollen Zügen genießen, verbinden wir mit Stichworten wie Lebensfreude, Lebensglück oder Lebensqualität und sie lassen uns Lebenssinn erleben.

Noch tiefer geht es aber, wenn ich grundsätzlich Lebensfreude empfinden kann. Das kann auch durchtragen, wenn die Zeiten einmal nicht so gut sind und es nichts zu lachen gibt. Das ist dann wahre Lebenskunst! Natürlich ist das nicht einfach zu erreichen.

Ich selbst habe vor einigen Jahren eine Zeit durchgemacht, in der mir sämtliche Lebensfreude abhanden gekommen war und ich das Leben in keinster Weise mehr genießen konnte. Umso mehr habe ich seitdem darüber nachgedacht, wie es möglich ist, auch in schwierigen Lebenssituationen diese grundsätzliche Zuversicht, Hoffnung und Freude am Leben zu behalten.

Dazu möchte ich hier auf meinem Blog Tipps und Hilfe geben. Deshalb habe ich einen Abschnitt unter diesem Punkt „Genießen“ eben „Lebensfreude genannt.

Lesen

Für mich persönlich gibt es zwei Themen, die mir punktuell und auch grundsätzlich Lebensfreude geben. Sie gehören für mich zu einem guten Leben unverzichtbar hinzu. Außerdem ist es erwiesen, dass diese beiden Punkte tatsächlich glücklich (oder doch zumindest glücklicher) machen. Dabei handelt es sich um Lesen und Musik!

Lesen kann auf verschiedene Weise zum Genießen beitragen. Ich kann einfach das Buch als solches genießen. Es macht mir Freude, in fremde, neue Welten einzutauchen, neue Gedanken zu entdecken und zu lesen, was andere Menschen zu sagen haben.

Es kann darüber hinaus aber auch den Horizont erweitern, wenn man liest. Es gibt Bücher, die helfen, das Leben zu genießen, tiefer zu verstehen, einen neuen Blick zu bekommen. Ja, ich oute mich: Ich liebe gute Ratgeberliteratur!

Lesen macht einfach glücklich!

Musik

Vielleicht verstehen noch viel mehr Menschen, dass Musik für mich zum Lebensgenuss einfach dazu gehört. Musik kann, wie kaum eine andere Kunst, die Gefühle beeinflussen und verstärken. Natürlich geht das auch mit der Melancholie, aber eben auch mit der Freude.

Ich habe zum Beispiel eine Playlist, die ich mit „Power“ bezeichnet habe. Ich höre diese Lieder immer dann, wenn ich den Eindruck habe, müde oder „ausgelaugt“ zu sein. Sofort geht es mir dann besser, die Stimmung hellt sich auf und ich habe wieder die Kraft, „Power“, weiterzumachen.

In Zukunft möchte weiter Beiträge über Bücher und Musik, die ich empfehlen kann, schreiben. Außerdem geht es mir um grundsätzliche Themen, wie Lesen und Musik uns beeinflussen und zu einem genussvollen und guten Leben helfen können.

 

Du findest diese drei Themenbereiche hier:

Lebensfreude

Hier findest Du die Seite und alle Beiträge über Lebensfreude.

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Lesen

Hier findest Du die Seite und alle Beiträge über
Lesen.

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Floer, Benjamin – Papa hat Zeit Benjamin Floer ist Pastoralreferent im Erzbistum Köln, Blogger und Buchautor. Er hat sein Buch „Papa hat Zeit“ mit dem Untertitel „Zeitmanagement für Väter“ versehen. Darum geht es also. Ziemlich eindeutig, nicht wahr. Lass mich schon...

Musik

Hier findest Du die Seite und alle Beiträge über
Musik.

Hier der neueste Beitrag:

Das Vergnügen des Genießens

Wer nicht genießt, ist ungenießbar. Konstantin Wecker

Kommen wir jetzt mal zu der Frage, was eigentlich Genießen ist.

Genießen, bzw. Genuss wird heute fast ausschließlich auf Essen und Trinken bezogen. Geh doch mal probeweise auf Google und such nach „genießen“! Die ersten Suchergebnisseiten sind fast ohne Ausnahme gefüllt mit Rezepten, Restaurants, Kochtipps etc.

Ich möchte in diesem Beitrag und überhaupt auf meinem Blog das Thema „Genießen“ viel, viel weiter fassen! Gehen wir es zunächst einmal statistisch an.

Genuss-Statistik

Im Jahr 2004 wurde die Studie „Genussbarometer Deutschland“ veröffentlicht, in der die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage veröffentlicht wurden. Interessant ist für mich dabei vor allem, die Vielfältigkeit, in der die Menschen Genuss erleben. Es geht von ganz kleinen alltäglichen Dingen bis zu den großen besonderen Erfahrungen.

Spannend ist auch, dass die Befragten auch angeben, gerade auch in schwierigen Lebenssituationen Genießen zu wollen. Das trifft sich mit meiner Ansicht (siehe oben), dass es vor allem darauf ankommt, Genuss und Lebensfreude als eine Grundlage das Lebens zu verinnerlichen, damit sie auch in schweren Zeiten tragen können.

Genuss-Typen

Die Autoren dieser Studie gehen davon aus, dass es vier verschiedene Genusstypen gibt: die so genannten Couchgenießer (36 %), die Geschmacksgenießer (27 %), die Erlebnisgenießer (17 %) und die Alltagsgenießer (17 %). Zitiert nach: https://de.wikipedia.org/wiki/Genuss, aus der Studie Genussbarometer Deutschland (2004) https://www.socialnet.de/rezensionen/2260.php

Allein daraus ist zu erkennen, wie vielfältig Genuss sein kann, und dass es nicht nur um Essen und Trinken geht. Speziell dieses Feld des Genusses ist vor allem für die „Geschmacksgenießer“ wichtig.

Der „Couchgenießer“ genießt vor allem für sich allein zuhause. Dazu gehört dann lesen, Musik hören (oh, das scheint ganz mein Fall zu sein…), die Schokoladenpause usw. Hier spielt wohl Ruhe und Geborgenheit eine große Rolle.

Die „Erlebnisgenießer“ gehen dagegen eher raus und suchen das Abenteuer – ob beim Sport, auf der Kirmes oder auch bei Reisen oder schlicht im Kino. Dieser Genuss wird vor allem in Gesellschaft mit anderen genossen.

Wunderbar finde ich die Definition des „Alltagsgenießers“. Damit fängt wohl alles Genießen erst an. Sich an den alltäglichen kleinen Dingen zu erfreuen ist vielleicht die wahre Lebenskunst des Genusses: Der Kaffee am Morgen, die Blume am Fenster, die Pause zwischendurch.

Wahrscheinlich finden wir uns alle in allen vier Gebieten wieder, aber vielleicht gibt es für Dich ja doch auch einen Schwerpunkt. Mir ist jedenfalls wichtig, zu erkennen, dass unser ganzes Leben vom Alltag bis zum Urlaub durchzogen sein kann vom Genießen.

Dieser Text ist noch nicht fertig und wird bald fortgesetzt. Komm doch in ein paar Tagen wieder vorbei.

Lechajim – für das Leben!
Liebe Grüße und bleib von Gott behütet!
Uwe

Alle Beiträge

Hier findest Du alle Beiträge zum Bereich „Genießen“:

Trinity the band

Trinity the band

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Musik für Ostern – das Oster-Special

Autobahnkirche – Mit Gottes Segen in den Urlaub

Rechtzeitig vor der Urlaubs- und Ferienzeit möchte ich euch heute einmal auf die Autobahnkirchen in Deutschland aufmerksam machen. Anlass dafür ist die Neueröffnung einer Kirche an der A45 bei Wilnsdorf im Siegerland. Viel zu oft artet die Fahrt im eigenen Auto in den...

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Hier schreibt:

Uwe Hermann

Zitat

Wir geben uns zu wenig Rechenschaft darüber, wie viel Enttäuschung wir anderen bereiten.

Heinrich Böll

Zu diesem Zitat passt folgender Beitrag: hier klicken!

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