Übersicht der Burnout-Symptomatik

Dies ist eine sehr umfassende Aufzählung von Burnout Symptomen. Es gibt kaum ein Symptom, das nicht auch im Zusammenhang mit Burnout beschrieben wird. Aus dieser Aufzählung lässt sich deshalb auch kaum eine Definition des Burnout-Syndroms ableiten.

Burisch selbst schreibt: „Der Sinn dieser Zusammenstellung ist ein erster, umfassender Überblick, der sowohl „Wald“ als auch „Bäume“ erkennen lässt.“ (a.a.O. Seite 25) Ich habe während meiner Therapiephase erlebt, dass offensichtlich auch einige Ärzte und Psychologen den „Wald vor lauter Bäumen nicht sehen“ können.

Wichtig ist, zu erkennen, dass nicht jeder Betroffene alle Symptome aufweist. Wenn du allerdings einige dieser Anzeichen bei dir entdeckst, die du früher nicht gehabt hast, dann ist es wohl an der Zeit einen Arzt oder Psychologen zu besuchen.

Ich wünsche dir, dass du einen guten Therapeuten findest!

Lechajim – für das Leben!
Liebe Grüße und bleib von Gott behütet!
Uwe

Hier nun die Liste der Burnout Symptome aus Burisch, Matthias, Das Burnout-Syndrom. Theorie der inneren Erschöpfung, Springer-Verlag Berlin Heidelberg, New York, 4. Auflage 2010, S. 18f.

1. Warnsymptome der Anfangsphase

a) Überhöhter Energieeinsatz

  • Hyperaktivität
  • Freiwillige unbezahlte Mehrarbeit
  • Gefühl der Unentbehrlichkeit
  • Gefühl, nie Zeit zu haben
  • Verleugnung eigener Bedürfnisse
  • Verdrängung von Misserfolgen und Enttäuschungen
  • Beschränkung sozialer Kontakte auf Klienten

b) Erschöpfung

  • Nicht Abschalten können
  • Energiemangel
  • Unausgeschlafenheit
  • Erhöhte Unfallgefahr

2. Reduziertes Engagement

a) Für Klienten, Patienten etc.

  • Desillusionierung
  • Verlust positiver Gefühle gegenüber Klienten
  • Größere Distanz zu Klienten
  • Meidung von Kontakt mit Klienten und/oder Kollegen
  • Aufmerksamkeitsstörungen in der Interaktion mit Klienten
  • Verschiebung des Schwergewichts von Hilfe auf Beaufsichtigung
  • Schuldzuweisung für Probleme an Klienten
  • Höhere Akzeptanz von Kontrollmitteln wie Strafen oder Tranquilizern
  • Stereotypisierung von Klienten, Kunden, Schülern etc.
  • Betonung von Fachjargon
  • Dehumanisierung

b) Für andere allgemein

  • Unfähigkeit zu geben
  • Kälte
  • Verlust der Empathie
  • Verständnislosigkeit
  • Schwierigkeiten, anderen zuzuhören
  • Zynismus

c) Für die Arbeit

  • Verlust von Idealismus
  • Desillusionierung
  • Negative Einstellung zur Arbeit
  • Widerwillen und Überdruss
  • Widerstand, täglich zur Arbeit zu gehen
  • Ständiges Auf-die-Uhr-sehen
  • Fluchtphantasien
  • Tagträumen
  • Überziehen von Arbeitspausen
  • Verspäteter Arbeitsbeginn
  • Vorverlegter Arbeitsschluss
  • Fehlzeiten
  • Verlagerung des Schwergewichts auf die Freizeit, Aufblühen am Wochenende
  • Höheres Gewicht materieller Bedingungen für die Arbeitszufriedenheit

d) Erhöhte Ansprüche

  • Konzentration auf die eigenen Ansprüche
  • Gefühl mangelnder Anerkennung
  • Gefühl, ausgebeutet zu werden
  • Eifersucht
  • Familienprobleme
  • Konflikte mit den eigenen Kindern

3. Emotionale Reaktionen; Schuldzuweisung

a) Depression

  • Schuldgefühle
  • Reduzierte Selbstachtung
  • Insuffizienzgefühle
  • Gedankenverlorenheit
  • Selbstmitleid
  • Humorlosigkeit
  • Unbestimmte Angst und Nervosität
  • Abrupte Stimmungsschwankungen
  • Verringerte emotionale Belastbarkeit
  • Bitterkeit
  • Abstumpfung, Gefühl von Abgestorbensein und Leere
  • Schwächegefühl
  • Neigung zum Weinen
  • Ruhelosigkeit
  • Gefühl des Festgefahrenseins
  • Hilflosigkeits-, Ohnmachtsgefühle
  • Pessimismus, Fatalismus
  • Apathie
  • Selbstmordgedanken

b) Aggression

  • Schuldzuweisung an andere oder „das System“
  • Vorwürfe an andere
  • Verleugnung der Eigenbeteiligung
  • Ungeduld
  • Launenhaftigkeit
  • Intoleranz
  • Kompromissunfähigkeit
  • Nörgeleien
  • Negativismus
  • Reizbarkeit
  • Ärger und Ressentiments
  • Defensive/paranoide Einstellungen
  • Misstrauen
  • Häufige Konflikte mit anderen

4. Abbau

a) der kognitiven Leistungsfähigkeit

  • Konzentrations- und Gedächtnisschwäche
  • Unfähigkeit zu komplexen Aufgaben
  • Ungenauigkeit
  • Desorganisation
  • Entscheidungsunfähigkeit
  • Unfähigkeit zu klaren Anweisungen

b) der Motivation

  • Verringerte Initiative
  • Verringerte Produktivität
  • Dienst nach Vorschrift

c) der Kreativität

  • Verringerte Phantasie
  • Verringerte Flexibilität

d) Entdifferenzierung

  • Rigides Schwarzweißdenken
  • Widerstand gegen Veränderungen aller Art

5. Verflachung

a) des emotionalen Lebens

  • Verflachung gefühlsmäßiger Reaktionen
  • Gleichgültigkeit

b) des sozialen Lebens

  • Weniger persönliche Anteilnahme an anderen oder exzessive Bindungen an einzelne
  • Meidung informeller Kontakte
  • Suche nach interessanteren Kontakten
  • Meidung von Gesprächen über die eigene Arbeit
  • Eigenbröteleien
  • Mit sich selbst beschäftigt sein
  • Einsamkeit

c) des geistigen Lebens

  • Aufgeben von Hobbys
  • Desinteresse
  • Langeweile

6. Psychosomatische Reaktionen

  • Schwächung der Immunreaktion
  • Schlafstörungen
  • Albträume
  • Sexuelle Probleme
  • Gerötetes Gesicht
  • Herzklopfen
  • Engegefühl in der Brust
  • Atembeschwerden
  • Beschleunigter Puls
  • Erhöhter Blutdruck
  • Muskelverspannungen
  • Rückenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Nervöse Tics
  • Verdauungsstörungen
  • Übelkeit
  • Magen-Darm-Geschwüre
  • Gewichtsveränderungen
  • Veränderte Essgewohnheiten
  • Mehr Alkohol/Kaffee/Tabak/andere Drogen

7. Verzweiflung

  • Negative Einstellung zum Leben
  • Hoffnungslosigkeit
  • Gefühl der Sinnlosigkeit
  • Selbstmordabsichten
  • Existentielle Verzweiflung