Was ist eine Löffelliste?

Weißt du, was eine Löffelliste ist?

Vielleicht kennst du den Film: „Das Beste kommt zum Schluss“ (Partnerlink), eine Tragikomödie aus dem Jahr 2007 mit Jack Nicholson und Morgan Freeman. Der Originaltitel lautet: The Bucket List.

Die deutsche Bezeichnung Löffelliste kommt von dem Ausdruck “den Löffel abgeben“. Es geht um die Dinge, die du noch tun möchtest, bevor du den Löffel abgibst. Cool – oder?

Löffelliste = Traumliste

In unserer modernen Welt wird viel von Zielen gesprochen. Ganz besonders in der Arbeitswelt. Es gibt Zielvorgaben für Umsätze, für Stückzahlen und so weiter und so fort. Wie oft hab ich schon gehört, das gesagt wird: „Man muss doch Ziele haben!“ Gerade jungen Menschen wird das regelrecht eingeimpft.

Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, aber Ziele sind mir viel zu dinglich, zu zwanghaft. Manche rennen wie besessen ihren Zielen hinterher, es wird nicht mehr links und rechts geschaut. In manchen Firmen bleibt die Menschlichkeit beim Streben nach den Zielen auf der Strecke. Erst recht: Was machst du, wenn dein Ziel unerreichbar scheint?

Ich finde das Wort Traum viel schöner. In diesem Zusammenhang meine ich nicht den Traum im Schlaf (obwohl das auch schon mal zusammenhängen kann). Ich möchte hier jetzt auch mal von Albträumen absehen. Ich rede von Träumen, die du hast, wenn du an deine Zukunft – ob morgen oder in vielen Jahren oder am Ende deines Lebens – denkst. Was wünschst du dir? Solche Träume sind schön, auch wenn sie nicht in Erfüllung gehen. Wenn diese Träume aber real werden, sind sie umso besser.

Träume – Kein Zwang, keine Folter des Unerreichten oder so was. Gelassen bleiben. Es gibt kein Muss, aber träumen wird man ja wohl noch dürfen.
Mein Lieblingsbegriff für die Löffelliste ist deshalb die Traumliste.

Warum brauchst du sowas?

Normalerweise hat jeder solche Lebensträume. Du musst sie selbstverständlich nicht in eine Liste zwängen. Wenn dir das nicht liegt, dann ist es nicht nötig. Ich glaube aber, eine Liste hilft dir deine Träume Wirklichkeit werden zu lassen.

Es gibt viele solcher Listen in Büchern und im Internet. Natürlich ist es interessant, zu sehen, was andere sich so überlegt haben. Es gibt dabei aber zwei Probleme: Zum einen sind leider viele solcher Listen, die man im Internet oder Ratgeber-Büchern findet, sehr materiell orientiert. Hier geht es meist nur um Reisen oder Erlebnisse, die man natürlich teuer bezahlen muss. Zum anderen nützen dir die Träume anderer gar nichts. Letztlich musst du deine eigenen Herzenswünsche für dich finden. Die Liste hilft dir, Klarheit zu gewinnen, was du wirklich selbst willst.

Viele Dinge, die man sich erträumt, sind logischerweise nicht alltäglich. Um sie Wirklichkeit werden zu lassen, musst du vielleicht deine Angst überwinden und neue Motivation finden. Wenn du deine Träume verwirklichst, wirst du dein Leben wieder neu spüren. Gerade, wenn du eine schwierige Zeit in deinem Leben durchmachst, kann die Liste helfen, den Blick nach vorne zu lenken.

Die Liste hilft dir dabei, das alles nicht aus dem Blick zu verlieren. Letztlich geht es auch darum, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Lass dich doch einfach mal darauf ein und versuche es. Ich gebe dir jetzt ein paar Hinweise, mit denen du ganz leicht einen Anfang für deine Löffelliste findest.

Wie kommst du zu einer Traumliste?

1. Nimm dir Zeit für die Liste

2. Schreib alles auf. Nicht nur nachdenken. Nur wer schreibt, bleibt. Ich empfehle dir dringend: Schreib die Liste wirklich auf. Egal ob mit Stift und Papier oder digital, aber schreib! Also setz dich an deinen Computer oder mit Zettel und Stift an den Tisch und dann…

3. Mach ein Brainstorming. Fang an aufzuschreiben, was dir einfällt. Bewerte es nicht (zu klein, zu teuer, zu schwierig, unmöglich…). Egal wie lange es dauert, bleib dran, bis du mindestens zehn Punkte auf deiner Liste hast. Ich bin überzeugt davon, dass es dann auf einmal viel mehr werden.

4. Dankbarkeits-Übung: Überlege, wofür du in deinem Leben dankbar bist. Dann hast du schon eine ganze Menge für deine Liste, das du bereits getan hast. Mach dir das bewusst. Du fängst nicht erst heute an, dein Leben zu träumen. Es gibt schon so viel Erfahrung, die dein Leben bisher reich gemacht hat.

5. Denke über verschiedene Lebensbereiche nach. Überlege dir zum Beispiel, an welche Orte du noch gerne reisen würdest. Welche Menschen möchtest du gerne kennen lernen. Welches ungewöhnliche Nahrungsmittel könntest du mal probieren. Damit fällt es dir leichter, konkrete Einträge für deine Liste zu finden. Weitere Vorschläge findest du im nächsten Abschnitt.

6. Wenn du zum ersten Mal eine Löffelliste erstellst, dann lass sie jetzt einfach eine Zeit lang liegen. Nach ein paar Tagen hol sie wieder raus und schau noch mal drüber. Fällt dir noch etwas ein? Möchtest du wieder etwas streichen. Alles okay, tu es! Von nun an tu folgendes:

7. Arbeite mit der Liste. Schreib neue Einfälle auf. Schau, was andere so machen. Lies sie einfach immer wieder mal durch. Wenn du schaust, was andere machen, dann pass auf! Schreib keine Dinge auf, nur, weil andere es tun oder, weil du meinst, das würde dazu gehören. Wichtig ist, dass es deine eigene Liste bleibt.

8. Nimm dir einen Punkt vor und plane, wie er sich verwirklichen lässt.

9. Gaaaaaanz wichtig!!!!! Hake ab, was du vollbracht hast! Feiere den Moment! Genieße es!

10. Mach weiter und sammle Träume und Erfahrungen bis du deinen Löffel abgibst.

Schreib ruhig Dinge auf die Liste, die du – nach heutigem Stand – niemals erreichen kannst, weil sie zu teuer, zu utopisch, zu unwahrscheinlich erscheinen. Eine Löffelliste muss nicht sklavisch abgearbeitet werden. Dann hätte sie ihren Sinn verfehlt.

Annette, eine amerikanische Bloggerin, bucketlistjourney.net, hat eine riesige Löffelliste mit fast 900 Einträgen. Sie weiß selbst, dass es eine wahnsinnige Liste ist und sagt dazu: „Ja. Ich bin überzeugt davon, dass ich jeden einzelnen Eintrag der Liste eines Tages erfüllen werde. Es könnte auch sein, dass ich an Einhörner glaube.”

Was kommt auf die Liste?

Kennst du den Spruch: „Ein Mann soll in seinem Leben einen Baum pflanzen, ein Haus bauen und ein Kind zeugen.“ (Wandle ihn gerne in die Version für eine Frau ab, ist ganz leicht.) Das ist sozusagen eine kleine Löffelliste. Der Spruch ist zwar nicht – wie viele meinen – aus der Bibel, aber trotzdem schon ziemlich alt (vielleicht ein chinesisches Sprichwort?).

Das sind schon relativ große Wünsche oder Ziele. Aber darauf kommt es bei der Löffelliste nicht an! Es können gerne auch Ziele wie „den neuen Kinofilm xyz anschauen“ neben einem Lebenshighlight wie „den Mount Everest besteigen“ und wunderbaren Unmöglichkeiten wie „einmal zum Mond fliegen“ stehen. Alles kein Problem.

Manche meinen, es sollten keine Dinge auf der Liste stehen, die unmöglich sind. Ich sehe das anders. Wie gesagt, für mich ist die Liste eine Traumliste. Aber entscheide du für dich selbst. Es gibt keine Vorschriften und ich bin der letzte, der dir Vorschriften machen will.

Denk einfach nur daran, die Liste mehr als Traumliste zu betrachten, nicht als Folterinstrument.

Schreib auch Herzenswünsche auf, die sich im Laufe deines Lebens bereits erfüllt haben! Mach das zu einem eigenen Punkt beim Erstellen deiner Löffelliste. Denk darüber nach, was du in deinem Leben bereits erlebt, gemacht, erreicht hast. Frag dich wofür du dankbar sein kannst. Schreib diese Dinge auf die Löffelliste und mach einen dicken Haken dran! Ah, das tut gut!

Und dann?

Vielleicht möchtest du deine Löffelliste anderen zeigen. Es macht auf jeden Fall Sinn, mit dem Partner und den engsten Angehörigen und Freunden darüber zu sprechen. Vielleicht möchtest du sie sogar veröffentlichen und darüber berichten, was du erreichst. Das kann man wunderbar auf einem Blog, auf Facebook etc. Eine Möglichkeit sind auch spezielle Webseiden, die dafür gemacht sind.

Wichtig ist auch, bei der Umsetzung einzelner Punkte aufmerksam zu sein. Achte darauf, was du tust, wie du es tust. Koste es aus. Koste jeden einzelnen Moment der Vorbereitung und Durchführung aus.

Wenn du es getan hast, dann spüre den Erfolg. Spüre die Befriedigung. Halte den Moment fest. Nicht nur – ja, meinetwegen auch – in Bildern oder Videos, sondern vor allem in deinem Gedächtnis.

Denk dran: Der Sinn des Lebens ist es, Erfahrungen zu sammeln.

Links

Hier ein paar Links, nicht repräsentativ! Gib einfach mal Löffelliste oder Bucketlist bei Google ein…

Deutsch

Ein toller Artikel über das Thema von dem von mir sehr geschätzten Blogger Patrick von healthy habits (trotz des Namens eine deutschsprachige Webseite). Unbedingt lesen und ihre Tipps berücksichtigen! http://www.healthyhabits.de/meine-etwas-andere-bucket-list/

Eine Anleitung zum Erstellen einer Löffelliste von Markus Cerenak: http://www.markuscerenak.com/eine-liste-die-jeder-braucht.html

Eine weitere Anleitung, wie du zu einer Löffelliste kommen kannst: http://www.lebegeil.de/bucket-list-schreiben/

Englisch

Eine Website, auf der du deine Löffelliste online führen und deine Ideen und Berichte über die Durchführung mit anderen teilen kannst: http://bucketlist.org

Annettes (oben erwähnt) Anleitung zum Erstellen einer Bucketlist. Ein wirklich toller sehr ausführlicher Artikel: http://bucketlistjourney.net/2013/04/bucket-list-resources/

Ein kurzer Artikel von Leo Babauta, in dem er auf „Gefahren“ bei vielen Bucketlists aufmerksam macht. Er hat meiner Meinung nach Recht, aber man kann diese Fehler ja vermeiden. Dann finde ich die Löffelliste immer noch eine hervorragende Hilfe: http://zenhabits.net/anti-bucket/

Ich wünsche dir viel Spaß beim Erstellen und beim Leben deiner ganz persönlichen Löffelliste!

Lechajim – für das Leben!
Liebe Grüße und bleib von Gott behütet!
Uwe