Glaube und Jugendcamp – hä?!

Was soll das? Was hat Glaube mit der Vorbereitung einer Jugendfreizeit zu tun? Wenn du nicht gerade Pfarrer oder Mitarbeiterin einer Kirchengemeinde bist, dann könnte sich diese Frage in deine Gedanken geschlichen haben.

Das mit dem Glauben ist ja so eine Sache. Manche meinen, ihr Glaube ginge niemanden etwas an. Andere tragen ihr Glaubensbekenntnis wie ein Banner vor sich her und gehen vielleicht sogar einigen auf die Nerven. Wieder andere wollen von Glauben gar nichts wissen. „Ich glaub nur, was ich sehe!“

Gottes Liebe zu den Menschen

Für mich ist mein christlicher Glaube die grundlegende Motivation, warum ich Ferienfreizeiten für Jugendliche gemacht habe. Natürlich hat das etwas mit meiner Arbeit als Pfarrer zu tun. Aber wichtiger ist mir noch mein ganz persönlicher Glaube an Gott.

Mir ist daran gelegen, den Glauben auch an Jugendliche weiterzugeben. Dabei geht es mir nicht um Mission im Sinne von „Friss Vogel oder stirb!“ Jeder muss seinen eigenen Weg finden.

Ganz wichtig ist auch, dass es nicht um Glauben geht, den man in Glaubenssätze, Dogmen bringt, die dann einfach nur bejaht werden müssen.

Glauben heißt meiner Überzeugung nach zuerst und vor allem: Gott liebt jeden Menschen!

Wenn du das ernst nimmst, dann hat das ganz konkrete Auswirkungen auf die Art, wie du mit andern Menschen, auch mit denen in deinem Team und mit den Jugendlichen umgehst!

Glaube – eine geheime Zutat?

Glaube in diesem Sinne ist deshalb eine „geheime Zutat“ zu meinen Feriencamps gewesen. Geheim deshalb, weil ich niemandem den Glauben aufdrängen will. Natürlich rede ich auch über meinen Glauben an die Liebe Gottes zu uns Menschen, aber etwas anderes ist noch viel viel wichtiger!

Es geht nicht darum, ständig und immer darüber zu reden, andauernd ein Bibelzitat zu gebrauchen oder sowas. Vielmehr ist es wichtig, den Glauben, die Liebe Gottes zu den Menschen, vorzuleben. Glaube, der sich nicht im Leben bemerkbar macht, ist meines Erachtens nichts wert.

Glaube als „geheime Zutat“ einer Jugendfreizeit zeigt sich darin, die Teamer und Teilnehmer „mit den Augen Gottes“ anzusehen. Sie wertschätzen, ernst nehmen, sie so anzunehmen, wie sie sind!

Glaube konkret in einem Jugendcamp

Wie aber wirkt sich dieser Zugang, diese Motivation, konkret in der Freizeit aus? Was bedeutet das?

Glaube kann die Art des Umgangs miteinander verändern in vielfältiger Weise, zum Beispiel:

  • Toleranz im Team: Auch die Mitarbeiter sind einzigartig. Sie haben verschiedene Meinungen, auch in Glaubensdingen. Aber sie akzeptieren sich in ihrer Verschiedenheit.
  • Annahme der Jugendlichen: Jeden Menschen so annehmen, wie er ist, kann eine große Aufgabe sein. Gerade pubertierende Jugendliche anzunehmen, kann so sein, als ob man „einen Kaktus umarmt“.
  • Ernst nehmen: Häufig werden Jugendliche in ihrer alltäglichen Umgebung nicht wirklich ernst genommen: Zuhause, in der Schule, in der Gesellschaft. Wenn aber Gott sie ernst nimmt, dann sollte ich das auch tun!
  • Rücksichtnahme aufeinander: Ein kleines Beispiel: Viele sind es nicht mehr gewohnt, gemeinsam zu Essen. Deshalb gehört in unseren Freizeiten immer auch dazu, bei Tisch aufeinander zu warten.
  • Verantwortung übernehmen: Mein Team und ich haben es immer gewagt, den Jugendlichen auch Verantwortung zu übertragen. Selten sind wir enttäuscht worden! Man muss es ihnen nur zutrauen!

Glaube und Jugendcamp – na klar!

Deshalb beantworte ich die Frage, ob Glaube etwas mit Jugendfreizeiten zu tun haben kann, eindeutig mit ja! Manche meiner Mitarbeiter hatten diese Motivation nicht. Sie haben aber die gleichen Werte vertreten, wenn auch nicht aufgrund ihrer Glaubensüberzeugung. Okay, kein Problem.

Für mich aber – und ich betone: für mich! – ist der christliche Glaube die Grundlage für alle weiteren „Warums“. Es ist meine „Grundmotivation“ für die Arbeit und das Herzblut, das ich in vielen Jahren in die Vorbereitung und Durchführung von Jugendfreizeiten gesteckt habe.

Lechajim – für das Leben!
Liebe Grüße und bleib von Gott behütet!
Uwe