Dieser Artikel ist eine Fortsetzung zu Meine Bibel, deine Bibel.

5. Auslegung der Bibel

Wie lese ich die Bibel?

Viele Leute denken: „Die Bibel ist so schwer zu verstehen. Man muss so viel Hintergrundwissen haben. Um zu verstehen, was die biblischen Texte heute bedeuten, braucht man Fachliteratur oder Fachleute. Aber woher soll man dann noch wissen, ob das alles auch richtig ist?“
Also bleibt doch die Frage: Wie lese ich die Bibel?
Natürlich ist diese Frage richtig und wichtig! Selbstverständlich gibt es unendlich viel zu wissen und zu lernen über die Bibel. Für diejenigen unter euch, die sich intensiv damit beschäftigen wollen, will ich auch dazu später einige Hinweise geben. Aber es gibt doch trotzdem eine ganz einfache und unproblematische Antwort auf die Frage: Wie lese ich die Bibel?
Einfach lesen!
Fang einfach an, egal in welcher Übersetzung – nimm die, die du gerade zur Hand hast! Egal wo – einfach ganz am Anfang – oder in einem Evangelium. Völlig egal! Hauptsache du liest in der Bibel. So einfach ist das!
Wenn du nicht alles verstehst, ist das gar nicht schlimm! Einfach weiterlesen! Meine Erfahrung ist, dass früher oder später die Bibel, weil sie Gottes Wort ist, anfängt „lebendig“ zu werden. Plötzlich geht dir ein Licht auf. Auf einmal merkst du, dass diese uralten Worte etwas mit dir zu tun haben.
Deshalb: einfach lesen!

Bibel lesen mit Methode

Wenn du dann mehr wissen willst über die Hintergründe und Zusammenhänge, dann erst werden die Fachliteratur und die Fachleute wichtig. Und da gibt es durchaus auch allgemeinverständliches. Man muss nicht Theologie studieren um hier weiter zu kommen.
Es gibt so viel Information, dass ich sie hier gar nicht aufführen kann. Im Laufe der Zeit werde ich aber hier auf Lechajim noch einiges dazu veröffentlichen.
Es gibt verschiedene Methoden mit denen man besser verstehen kann, was in der Bibel steht. Eine sehr wichtige und weit verbreitete Methode ist die historisch-kritische Methode, die häufig für wissenschaftliches Bibelstudium benutzt wird. Auch wenn sie sehr umstritten ist, ich halte sie für hilfreich, wenn es um die Frage geht, wie die biblischen Texte ursprünglich gemeint waren.
Es gibt weitere Methoden, mit denen man auch Hilfen hat um zu verstehen, was die Bibel heute für mich bedeuten kann. Wieder andere Methoden helfen bei der Vorbereitung einer Andacht oder einer Predigt.
Letztlich aber kann keine Methode den Bibeltext für mich „lebendig“ machen. Das wird aber der Heilige Geist für mich tun! Und der kann mit jeder Methode arbeiten, davon bin ich überzeugt.
Eine spezielle „Methode“ will ich noch erwähnen: Man kann auch die Bibel ganz lesen, von Anfang bis zum Ende. Das ist für viele nicht ganz einfach, aber ich empfehle es jedem, der sich ernsthaft für die Bibel interessiert. Es gibt einen ganz besonderen Eindruck von dem ganzen des Wortes Gottes. Allerdings ist dafür natürlich etwas Durchhaltevermögen nötig. Hilfreich kann hierfür die Jahresbibel, eine Hörbibel oder ein Bibelleseplan sein. Auch dazu später mehr.
Das Gegenteil davon ist, die Bibel in ganz kleinen Stückchen zu lesen, Vers für Vers. Das tun wir zum Beispiel, wenn wir täglich die Losungen lesen. Auch das ist eine gute Möglichkeit, Gottes Wort in meinen Alltag zu integrieren. Dabei ist aber zu beachten, dass ich nicht wichtige Teile der Bibel unbewusst ausblende und ich muss immer auf den Zusammenhang achten.

Bibel meditieren

Was soll das denn bedeuten, Bibel meditieren? Auch dabei habe ich keine großartigen Höhenflüge im Sinn, sondern schlicht und einfach, sich Zeit zu nehmen um über einen kleinen Abschnitt der Heiligen Schrift nachzudenken.
Drei Beispiele, wie das gehen kann:
1. Nimm dir einen Abschnitt aus der Bibel vor, zum Beispiel die Tageslosung oder den Tagestext aus dem Bibelleseplan. Lies ihn durch, denk darüber nach. Lies noch einmal. Nimm dir Zeit, vielleicht eine viertel Stunde – oder auch mehr, wenn du kannst. Bald wirst du merken, was passiert …
2. Jahreslosung: Lies jeden Tag (oder zumindest so oft du daran denkst) die Jahreslosung und lass sie dich so durch den Tag, die Woche, den Monat und das Jahr begleiten. Vielleicht machst du dir ab und zu Notizen, was dir zu der Jahreslosung einfällt. Hab ein wenig Geduld, im Laufe der Zeit wird dir dieser kurze Satz immer mehr zu sagen haben.
3. Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten meditierend über die Bibel nachzudenken. Ich plane, in Zukunft einiges dazu hier zu veröffentlichen (je nachdem, wie es meine Gesundheit zulässt).

Andacht und Predigt

Hier geht es etwas weiter als bei den eben genannten Möglichkeiten zur Meditation. Eine Andacht ist eine eher kurze Betrachtung eines biblischen Textes, normalerweise verbunden mit Gebet und vielleicht einem oder mehreren Liedern. Eine Andacht kann man für sich alleine im Stillen halten oder in einer Gruppe von Menschen. Eine Predigt ist eine Betrachtung über einen Bibeltext, die normalerweise in einen ganzen Gottesdienst eingebettet ist. Sowohl für die öffentliche Andacht, als auch für die Predigt ist eine gründliche Vorbereitung nötig – zumindest bin ich der Meinung.
Für die Vorbereitung kann man verschiedene Methoden (siehe oben) und auch Hilfsmittel (Bücher, Software… siehe unten) benutzen. Wie gründlich und ausführlich die Vorbereitungen sein sollten, ist sicher verschieden, aber als jemand, der öffentlich zu einem Bibeltext spricht, sollte man sich der Verantwortung schon bewusst sein. Außerdem gehört mindestens dazu, dass ich die Vorbereitungen „im Angesicht Gottes“ mache, das heißt, in der Bereitschaft auf den Heiligen Geist zu hören und im Gebet.

Bücher zur Bibel

Es gibt viele Bücher zur Bibel. Hilfsmittel, Kommentare, Andachtsbücher und so weiter und so fort. Viele sind wirklich hilfreich, aber es gibt auch so manche mit problematischem oder schlicht falschen Inhalten. Schaut euch deshalb die Angebote genau an.
Ich habe in einem gesonderten Artikel ein paar wichtige Bücher zum Bibelstudium aufgelistet.

Und jetzt viel Spaß beim Bibelstudium!

Lechajim – für das Leben!
Mit herzlichen Grüßen und bleibt von Gott behütet!
Uwe