Floer, Benjamin – Papa hat Zeit

Benjamin Floer ist Pastoralreferent im Erzbistum Köln, Blogger und Buchautor. Er hat sein Buch „Papa hat Zeit“ mit dem Untertitel „Zeitmanagement für Väter“ versehen. Darum geht es also. Ziemlich eindeutig, nicht wahr. Lass mich schon mal gleich zu Anfang sagen, dass er das Versprechen auch erfüllt.

Das Buch fasst übersichtlich und verständlich viele Ratschläge zusammen. Die meisten sind nicht neu für jemanden, der sich schon mal mit Zeitmanagement oder Selbstmanagement beschäftigt hat. Benjamin Floer gibt aber einen guten Überblick. Insofern ist das Buch nicht nur für Väter geeignet.

Eine kleine Kritik habe ich, weil Methoden und Tools (besonders den digitalen Tools) so viel zugetraut wird. Ich selbst bin – obwohl sehr technik- und internetbegeistert – in den letzten Jahren etwas vorsichtiger damit geworden. Benjamin schreibt: „Wenn du … in all diesen Lebensbereichen besser organisiert bist, deine Prioritäten kennst und die besten Tools verwendest, dann wird es dir leichter fallen alles in ein für dich passendes Gleichgewicht zu bekommen.“ Natürlich hat er recht damit! Wem es gelingt, seine Ratschläge umzusetzen, der ist auf einem tollen Weg. Leider ist es nicht ganz so einfach. Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier, vergesslich und die Tools allein reißen dich nicht raus. Du musst schon selbst dahin kommen, etwas zu tun.

Man merkt auch in dem Buch sehr deutlich, dass Benjamin seinen Arbeitstag selbst einteilen kann. Leider kann das nicht jeder berufstätige Vater. Manche Tipps sind daher sehr speziell. Wer einige Freiheiten in seinem Arbeitsleben hat oder gar von zu Hause arbeitet, der wird so mache Perle finden. Besonders geeignet ist das Buch für Menschen, die „bei Kirchens“ arbeiten. Benjamins Blog „Christliches Zeitmanagement“ ist auch vor allem darauf ausgerichtet.

Trotzdem werden alle berufstätigen Väter viele gute Tipps in dem Buch finden.

Das Besondere an Benjamin Floers Ansatz ist, dass er die Methoden des Zeitmanagements auf das „Vater sein“ zuspitzt und auch, dass er es – auf eine zurückhaltende und freundliche Art – aus christlicher Perspektive beschreibt. Seine christliche Grundeinstellung kommt hier und da zum Vorschein auf eine dezente und angenehme Art. Auch nicht so gläubige Väter können das Buch „problemlos“ lesen. Eine Anregung ist zum Beispiel: „Beginne den Tag mit einem Gebet oder einer Meditation.“ Das ist auf jeden Fall eine nachahmenswerte Empfehlung, die allen helfen könnte, wenn sie denn beherzigt wird. Benjamin liefert ja auch gleich Alternativen mit: Wer glaubt, betet, alle anderen meditieren – wenn ich das mal so salopp sagen darf.

Mein Fazit: Ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Es ist gut lesbar und verständlich und beinhaltet viele gute Ratschläge. Eindeutige Kaufempfehlung meinerseits.

Hier noch die Inhaltsangabe, damit du dir ein Bild machen kannst:
Vorwort von Gordon Schönwälder
Vorwort des Autors
Das Problem
Lösungswege
Zeitmanagement mit Baby
Eltern sein – Paar bleiben
Freundschaften und Kinder
Warum die Work-Life-Balance quatsch ist
Wenn ich gehe dann gehe ich
Zeitdiebe verjagen
So kannst du alle Zeitdiebe einsperren:
Stress abbauen
7 Gewohnheiten entspannter Menschen
Mach mal Pause
Rituale im Familienalltag
Rituale im Job
Das Wochenende als Familienzeit
Klassische Zeitmanagement Methoden
Zeitmanagement Tools
Warum ich mein Smartphone wegwerfe
Elternzeit nehmen?
Über den Autor

Lechajim – für das Leben!
Liebe Grüße und bleib von Gott behütet!
Uwe