Wenn du die weltbesten Freizeiten machen willst, dann brauchst du das weltbeste Team! Ohne super Team, keine super Freizeit. Soll ich das noch mal wiederholen? Ne, ich glaub es ist schon klar, was ich meine.

Ich meine das wirklich so, wie ich es schreibe! Für den Erfolg einer Freizeit ist das Team zentral. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind das Rückgrat der ganzen Sache.

Wie bekommst du das Team, das du und vor allem die Jugendlichen, die auf deine Ferienfreizeit mitfahren, verdienen?

Ganz einfach – naja, zumindest die Kriterien sind klar. Eigentlich sind sie offensichtlich. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass viele Freizeitveranstalter sich darüber nicht im Klaren sind, oder sie einfach nicht berücksichtigen. Diesen Fehler wirst du aber sicher nicht machen. Ich verrate dir hier die offenen Geheimnisse für ein einmaliges Team.

1. Du brauchst die richtige Anzahl von Teamern!

Wie viele Mitarbeiter brauchst du? Das ist eine Frage die schlicht und einfach nicht zu beantworten ist. Deshalb gebe ich dir jetzt die Antwort: Du hast niemals zu viele Teamer!

Ich habe schon Veranstalter gesehen, die mit vier Mitarbeitern eine Gruppe von 30 Jugendlichen begleiteten. Dementsprechend war das Ergebnis: Langeweile bei den Teilnehmern, dauergestresste Teamer, Essen aus der Dose… Okay, wenn du das willst… Aber ich vermute, dann würdest du hier nicht lesen.

Wenn du wirklich eine aktive und tolle Jugendfreizeit organisieren willst, dann brauchst du genügend Mitarbeiter! Wenn du auch noch selbst für die Verpflegung sorgen willst, dann brauchst du noch mehr Teamer!

Die einzige Grenze, die der Anzahl der Mitarbeiter gesetzt ist, ist die finanzielle. Irgendwann kannst du einfach nicht mehr kostendeckend arbeiten.

Völlig unverbindlich setze ich mal einen Hinweis: Die Anzahl der Mitarbeiter sollte etwa einem Drittel der Anzahl der Teilnehmer entsprechen. Wenn du auch noch Küchenmitarbeiter brauchst, dann dürfen es auch durchaus 50% sein.

2. Du brauchst Männer und Frauen im Team!

Einzige Ausnahme: Für „Mädchenfreizeiten“ brauchst du nur Frauen und für „Jungenfreizeiten“ nur Männer.

Für eine Jugendfreizeit an der Jungs und Mädchen teilnehmen brauchst du praktisch und rechtlich (!) Männer und Frauen in deinem Team! Ist eigentlich logisch und offensichtlich, oder? Ich halte es hier aber mal fest, damit es bloß nicht vergessen wird.

Am optimalsten ist es, wenn das Verhältnis zwischen Teamern und Teamerinnen etwa halbe-halbe ist; zumindest ungefähr.

3. Du brauchst in deinem Team „Jung und Alt“!

Was genau heißt „Jung und Alt“?

Die jüngsten Teamer können durchaus fast so jung sein, wie die Teilnehmer. Für mich war die Grundregel immer, dass die jüngsten Teamer ein Jahr älter sein sollten, als die ältesten Teilnehmer. Das ist vor allem für die Gewinnung neuer Mitarbeiter sehr wichtig. Du kannst nämlich ältere Teilnehmer und Teilnehmerinnen schon langsam an die Mitarbeiterschaft heranführen und sie dann als Teamer mitnehmen, wenn sie zu alt für die Teilnahme sind. (Jedenfalls, wenn du jährliche Freizeiten anbietest).

Wie alt die ältesten Teamer sein sollten ist eigentlich völlig egal. Wenn jemand mit 80 noch fit genug ist – körperlich und geistig – und Lust dazu hat, sich den Stress anzutun… Na und, nimm ihn mit! Wichtig ist nicht das Alter, sondern die Lebenserfahrung. Es ist einfach eine Tatsache, dass wir Menschen mit zunehmendem Lebensalter (normalerweise) ruhiger, gelassener, verantwortungsbewusster… werden.

Eine optimale Altersmischung in deinem Team wäre es, wenn zwischen dem jüngsten und dem ältesten Teammitglied alle Altersgruppen vorhanden sind.

4. Deine Teamer sollten benötigte Fähigkeiten mitbringen!

Das hört sich jetzt vielleicht sehr einschränkend an, ist aber gar nicht so gemeint. Du musst keinem möglichen Teamer ablehnen und du musst auch nicht die Freizeit absagen, wenn ein Mitarbeiter mit einer besonderen Fähigkeit fehlt.

Trotzdem solltest du die Fähigkeiten deines Teams bei der Planung des Freizeitcamps beachten. Schau dir an, was deine Mitarbeiter können (beruflich, Hobbies, Charakter…) und dann richtet ihr das Programm der Freizeit nach diesen Fähigkeiten aus.

Ein Beispiel: Wir hatten in unserem Team Erzieherinnen, die sich beruflich intensiv mit Erlebnispädagogik beschäftigt haben. Dies haben wir genutzt und im Laufe der Zeit wurden die von uns so genannten „Abenteuer- und Erlebnisspiele“ zu einem zentralen Bestandteil unseres Programms.

Gibt es einen Programmpunkt, der auf jeden Fall dabei sein sollte und dir fehlen Leute, die dafür geeignet sind, dann musst du wohl oder übel auf die Suche nach neuen Mitarbeitern gehen, die die benötigten Fähigkeiten mitbringen. Das war für uns meist das Küchenteam. Wir waren immer Selbstversorger und hatten zwar ein Kernteam für die Küche, aber immer wieder einmal mussten wir Verstärkung suchen. Diese Teamer mussten dann natürlich Fähigkeiten im Bereich „Hauswirtschaft und Kochen“ habe. Ich denke, du siehst, was ich meine.

5. Dein Team sollte zusammen passen!

Das ist ein ganz wichtiger Punkt! Ihr solltet zusammen passen. Aber was bedeutet das? Es geht mir hier nicht um „piep, piep, piep, wir ham uns alle lieb“! Es geht nicht darum, dass ihr euch alle ähnlich seid. Es muss nicht immer harmonisch zugehen.

Ganz im Gegenteil: Je verschiedener und bunter die Typen in deinem Team sind, desto besser ist es für die Ferienfreizeit! Es dürfen durchaus auch mal „schräge Vögel“ dabei sein. Das ist gut so!
Was aber unabdingbar ist, es muss Einigkeit in den grundlegenden Werten geben, die das Fundament eurer Freizeit bilden. Ich schreibe dazu noch einiges im Abschnitt „Warum“.

Toleranz ist zum Beispiel ein solcher Wert, der im Team vorhanden sein muss. Ihr müsst euch gegenseitig akzeptieren und respektieren. Ein weiterer wichtiger Punkt ist Verantwortungsbewusstsein. Auch das sollten alle Teamer haben.

Vielleicht gibt es noch andere Punkte, die dir besonders wichtig sind. Darauf solltest du achten. Das solltest du auch deinem Team gegenüber offen legen. Und in diesen Punkten solltet ihr zusammen passen.

6. Du solltest die Gemeinschaft in deinem Team fördern!

Achtung! Gaaaanz wichtig!

Ich rate dringend dazu, auch die Gemeinschaft im Team zu fördern, nicht nur während der Freizeit, sondern auch in der Zeit der Vorbereitung und nach Abschluss des Camps.

Geht doch mal zusammen essen – natürlich auf Kosten des Veranstalters!

Unternehmt mal was zusammen – wandern, einen Ausflug machen… Lass dir was einfallen.

Möglich sind auch Dinge, die direkt mit dem Jugendcamp zusammenhängen. Wir haben zum Beispiel mal einen Erste-Hilfe-Kurs organisiert, nur für die Teamer unserer Freizeit. Oder fahrt zusammen zu einem Seminar über Kanufahren, einem Kochkurs… Lass einfach mal deine Phantasie spielen.

Upps, dieser Artikel ist jetzt aber ganz schön lange geworden. Aber daran siehst du, wie wichtig mir dieser Punkt ist. Es gibt sogar noch viel mehr zu den einzelnen Punkten zu sagen. Die weiteren Details gibt’s dann in nachfolgenden Artikeln.

Lechajim – für das Leben!
Liebe Grüße und bleib von Gott behütet!
Uwe