Hui! Wäller? Allemol!

„Hui! Wäller? Allemol!“ Das ist der Gruß aller Westerwälder. Wo auch immer in der Welt sich Wäller treffen, grüßen sie sich – selbst im Osten. Mich hat kürzlich sogar jemand mitten auf der Straße angehalten. Ich stand gerade mit dem Auto an einer roten Ampel. Fenster runter: „Sind Sie aus dem Westerwald?“ „Ja!“ „Dann grüßen Sie mir die Heimat!“ Es stellte sich heraus, dass die Dame schon seit 25 Jahren in Thüringen wohnt – doch immer noch gehen die Gedanken beim WW auf dem Nummernschild zum Westerwald.

Doch jetzt mal von Anfang an. Ich bin aus dem Westerwald.

„Ich bin ein Nassauer!“ – Das habe ich immer gesagt, schon seit Jahrzehnten. Denn der Westerwald liegt heute in verschiedenen Bundesländern. Allerdings war er früher ein Bestandteil des Herzogtums Nassau. Also ist der Wäller an und für sich ein Nassauer. (Infos über das Herzogtum Nassau findest du auf wikipedia.)

Alte und neue Bundesländer

Als ich im Bundesland Hessen wohnte, studierte und arbeitete… Blieb ich ein Nassauer. Aber auch in meiner rheinland-pfälzischen Zeit… Blieb ich ein Nassauer. Ja, ich habe mich auch als Bewohner des Landes Hessen und des Landes Rheinland-Pfalz gefühlt, aber eigentlich bin ich Nassauer und im engeren Sinne Westerwälder – Hui! Wäller? Allemol! (Wenn du mehr über diesen Gruß der Westerwälder wissen willst, dann schau mal hier auf dem westerwald-blog.)

Geboren bin ich in Wilnsdorf – Nordrhein-Westfahlen –, aufgewachsen in Haigerseelbach – Hessen – und die meiste Zeit meines bisherigen Berufslebens habe ich in Rennerod – Rheinland-Pfalz – verbracht. In der Lüneburger Heide, in Wuppertal und Marburg und auch in London habe ich schon gelebt. Zuletzt habe ich sehr gerne auf dem Hohen Westerwald in Liebenscheid gewohnt.

Ja, es ist wunderschön im Westerwald!

Wo auch immer ich gewohnt habe, über das Bundesland habe ich mir nie wirklich Gedanken gemacht. Es gibt zwar durchaus Unterschiede – als ich zum Beispiel für die Schulbücher meiner Kinder teuer bezahlen musste, als ich vom „lehrmittelfreien“ Hessen in das damals noch nicht „lehrmittelfreie“ Rheinland-Pfalz umgezogen bin. Doch letztlich lebe ich doch in Deutschland, das Bundesland ist eher zweitranging.

Die Grenze mitten im Land

Halt! Falsch! Seit Sommer 2017 sehe ich das anders. Es macht einen Unterschied – nicht nur in der Schulpolitik! Es gibt eine imaginäre Trennlinie mitten in Deutschland, genau zwischen den Grenzen der, naja, einiger Bundesländer.

Die Grenze zwischen West und Ost, zwischen alten und neuen Bundesländern, zwischen Wessis und Ossis. Ja, ich oute mich: Seit Sommer 2017 lebe ich in einem „neuen Bundesland“, in Thüringen. Ich bin ein Wessi im Osten – Nein, ich will es genauer bezeichnen:

Nach fast drei Jahrzehnten deutsche Einheit sollte man meinen, das wäre nichts Besonderes mehr. Weit gefehlt! Ich habe inzwischen so einige Erfahrungen damit gemacht und möchte dir gerne in der nächsten Zeit das eine oder andere erzählen. Es dauert nicht mehr lange, dann veröffentliche ich den nächsten Beitrag in dieser Serie über einen ausgewanderten Wäller. Schau doch mal wieder hier herein oder abonniere meinen Newsletter, damit du nichts verpasst.

Solltest du selbst Erfahrungen als Wessi im Osten oder auch als Ossi im Westen haben, dann freue ich mich über einen Kommentar oder eine Mail von dir. Es wäre toll, wenn wir uns darüber austauschen könnten.

Es grüßt ganz herzlich der „Wessiwäller im Osten“!

Lechajim – für das Leben!
Liebe Grüße und bleib von Gott behütet!
Uwe