Wofür brauchst du Kraftquellen?

Die meisten von uns sind in den verschiedensten Lebensbereichen sehr engagiert. Das gilt für den Beruf, die Familie und oft auch für ehrenamtliche Arbeit.
Stress ist ein Wort, das schon lange Zeit zu unserer Alltagssprache gehört.

Aber woher bekommst du die Kraft für all diese Aufgaben? Was kannst du dem Stress entgegenhalten?

Einen gewissen Vorrat an Kraft hat jeder Mensch. Doch je älter du wirst, umso knapper wird die Energie in deinem Vorratsspeicher.

Wie kannst du es schaffen, diesen Speicher regelmäßig im Alltag immer wieder aufzufüllen?

Durch die üblichen Erholungsphasen gibt es Nachschub. Diese Erholungsphasen sind vor allem der nächtliche Schlaf, das Wochenende und der Jahresurlaub. Solange dein Leben insgesamt einigermaßen im Gleichgewicht ist, sollte das weitgehend ausreichen.

Leider ist das nicht immer der Fall. Viele von uns muten sich deutlich mehr zu, als gut ist. Viele nutzen die Erholungsphasen nicht genügend. Manchmal wird bis in die Nacht gearbeitet. Denke dabei nicht nur an die berufliche Arbeit, auch viele familiäre Aufgaben und ehrenamtliches Engagement kosten Kraft. Sogar das Wochenende und der Urlaub werden manchmal mit kraftraubenden Aufgaben belegt.

Ein weiterer Punkt wird heute immer wichtiger. Hast du dich schon mal zur Arbeit geschleppt, obwohl du nicht wirklich gesund warst? Eine Schniefnase – du kannst aber doch die Kollegen nicht im Stich lassen. Rasende Rückenschmerzen – na, einen Tag wird es noch gehen, dann ist Wochenende. Seit Wochen keine Nacht richtig geschlafen, dauernde Müdigkeit – reiß dich mal zusammen, das ist doch keine richtige Krankheit.

Nicht auskurierte Erkrankungen und psychische Probleme saugen dir regelrecht die Kraft aus. Hier brauchst du professionellen Rat! Wenn du die täglichen Kraftquellen ausnutzt, dann wird das deine Genesung deutlich fördern.

Aus vielen Gründen kommst du ohne zusätzliche Kraftquellen nicht aus. Außerdem ist es viel besser, deinen Krafttank immer wieder mal aufzufüllen. Eben im Alltag, mitten in den alltäglichen Aufgaben, kleine Oasen zu finden, in denen du Kraft tanken kannst.

Oft wird die Kraft mit einer Batterie, beziehungsweise mit einem Akku verglichen, der immer wieder aufgeladen werden muss. Das Gleichnis hat was, aber es gibt einen Haken dabei.

Normalerweise sollte man Akkus immer mal fast ganz leer werden lassen und dann wieder voll auffüllen (auch wenn der sogenannte Memoryeffekt bei modernen Akkus keine große Rolle mehr spielt). Das ist bei deinem Kraftakku ganz anders! Je öfter er aufgefüllt wird, auch wenn es nur ein klein wenig ist, umso besser ist es für dein Wohlbefinden.

Guter Rat ist also nicht teuer, sondern liegt klar auf der Hand: Such dir Kraftquellen für den Alltag.

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Wie findest du deine Kraftquellen?

Was sind Kraftquellen im Alltag? Dieser Artikel enthält sage und schreibe 101 mögliche Kraftquellen für dich. Vermutlich wird jede Leserin und jeder Leser das eine oder andere für sich selbst dabei finden. Wahrscheinlich kannst du auch noch ganz andere Möglichkeiten entdecken, wenn du darüber gründlich nachdenkst. Diese Zusammenstellung ist nämlich nur als Anregung gedacht. Es nützt dir nämlich nichts, wenn du nur etwas nachmachst, was für andere gut ist. Du musst deine eigenen Kraftquellen finden.

Du kannst dir also Anregungen holen. Aber sei vorsichtig bei Leuten, die dir erzählen: Das ist das Beste wo gibt. Vielleicht ist es für dich gar nicht so toll.

Deshalb ist dieser Artikel Work-in-progress! Die Arbeit daran geht weiter und muss weitergehen. Gerne füge ich auch deine Tipps ein, die du in den Kommentaren hinterlassen kannst. Außerdem gibt es weitere Artikel im Internet, die gute Vorschläge enthalten, und die Besten sollen in Zukunft hier verlinkt werden. Auch dafür kannst du gerne Vorschläge machen.

Ein Beispiel: Musik

Für mich ist eine ganz wichtige Kraftquelle die Musik.

Musik hat einen großen Einfluss auf dein Befinden. Deshalb habe ich mir Playlisten gemacht. Ja, ich gebe zu, ich bin ein Technik-Freak. Ich lege keine CDs mehr in einen Player ein. Ich habe meine ganze Musiksammlung auf dem Computer, bzw. in einem mp3-Player. Damit kann ich dann ganz bestimmte Musikstücke abspielen.

Ich bin zum Beispiel ein großer Fan von Bob Dylan (ich nehme an, auch die jüngsten Leser dieses Buches wissen, wer das ist. Ansonsten: googlen). Also habe ich eine Playlist nur mit Liedern von Bob Dylan.

Es gibt Zeiten, da fehlt einem die Power. Zeiten, in denen du dich müde fühlst und ohne Antrieb. Für diese Gelegenheiten habe ich eine Playlist mit Liedern, die so richtig aufpeitschen. Lieder, bei denen die Stimmung gleich hoch geht.

Manchmal braucht man das Gegenteil um mal wieder etwas runter zu kommen, sich zu entspannen. Auch dafür habe ich eine spezielle Playlist.
Außerdem rate ich dir, dich mal mit sogenannter klassischer Musik zu beschäftigen. Es gibt da ganz tolle Stücke, die dein Wohlbefinden stark fördern können. Ich weiß, das ist heute nicht mehr so wirklich „in“, aber meiner Meinung nach lohnt es sich.

Wichtig ist noch, dass du deine Musik nicht nur so nebenbei hörst. Das machen wir heute ja fast nur noch. Es ist aber etwas ganz anderes, wenn du mal ein paar Minuten ein Lied wirklich hörst! Nichts anderes nebenher machen. Wirklich zuhören. Wann hast du das das letzte Mal gemacht?

Ich habe jetzt relativ ausführlich über meine Kraftquelle Musik geschrieben. Ich hoffe, damit ist klar geworden, was ich meine. Wichtig ist, dass jeder von uns seine eigenen Kraftquellen findet.

Du musst dir Kraftquellen suchen!

Hast du diese Überschrift wirklich gelesen? Lieber noch mal: Du musst dir Kraftquellen suchen.

Sorry, aber diesen Druck kann ich dir nicht ersparen! Wie willst du deinen alltäglichen Stress aushalten, wenn du keine Möglichkeiten mehr findest, Kraft zu bekommen. Das ist wie beim Auto. Irgendwann musst du einfach mal nachtanken.

Also nimm dir die Zeit und überlege, welche Möglichkeiten du hast, mitten im Alltag Dinge zu tun, die dir gut tun und dir Kraft geben. Es sollten Dinge sein, die einfach und schnell umzusetzen sind, damit du sie wirklich mitten in deiner alltäglichen Arbeit nutzen kannst.

Die Kraftquellen, die hier gemeint sind, sollen im Alltag immer wieder ihren Platz finden. Es sollten Dinge sein, die in wenigen Minuten oder vielleicht einer Stunde gemacht werden können. Keine große Vorbereitung, nicht viel Zeit, einfach mal so zwischendurch.

Größere Kraftquellen für einen echten Schub

Ab und zu brauchst du aber auch größere Auszeiten um gründlich zu regenerieren. Natürlich fällt jeder und jedem dabei wohl zuerst der Urlaub ein. Das ist durchaus okay. Allerdings sorge dafür, dass der Urlaub nicht auch wieder zum Stress wird.

Es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten:
– Ein Stillewochenende
– Ein paar Tage im Kloster
– Ein Dreamday
– Ein Wellnesswochenende
– Ein Wandertag mit Freunden
– Ein Konzertbesuch mit Familie, Freunden
– Ein Gottesdienst
– …

Kraftquellen gibt es schon in der Bibel

Jesus hat sich immer wieder zurückgezogen um zu beten und zu fasten. Sicher wird er dabei auch nachgedacht haben. Auf jeden Fall hat er dadurch die Kraft bekommen, seinen nun wirklich nicht leichten Weg weiter zu gehen.

Es wird auch berichtet, dass er manchmal sogar eine längere Auszeit (40 Tage) genommen hat. Er ging dann „in die Wüste“. Wenn wir heute jemanden in die Wüste schicken, dann ist das nichts Gutes. Für Jesus und die ersten Christen war das etwas ganz anderes. „In die Wüste“ zu gehen war gleichbedeutend mit dem Rückzug aus dem Trubel des Alltags. Es bedeutete, Zeit und Ruhe genug zu haben, um zu sich selbst und zu Gott zu finden. Mit einer solchen Erfahrung konnte Jesus dann wieder zu seinen Aufgaben zurückgehen.

Schade, dass wir das heute ganz vergessen haben. In wenigen Berufen gibt es die Möglichkeit eine Auszeit zu nehmen. Leider ist das ganz selten. Hier hat unsere Gesellschaft und Arbeitswelt noch eine Menge zu lernen. Immerhin gibt es für Mütter und Väter die Möglichkeit eine Auszeit für die Kinder zu nehmen (Elternzeit). Naja, das ist ein eigenes Thema für sich.
Aber jetzt noch etwas gaaaaaanz Wichtiges:

Kraftquellen nutzen

Du musst deine Kraftquellen aber auch nutzen! Es bringt absolut nichts, wenn du weißt, was dir gut tut, aber vor lauter Arbeit und Engagement kommst du nicht dazu. Schaff dir Gelegenheiten und Erinnerungen, damit dir das nicht passiert!

Mach dir Regeln für die Nutzung deiner Kraftquellen: Mittagspause, jede Stunde eine Minipause… Schaff dir Erinnerungen: Wecker stellen, Timer im Handy, Zettel am Badspiegel…
Und dann tu es einfach!

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Die ganz lange Liste

Jetzt aber endlich die Zusammenstellung von 101 Kraftquellen. Gerne kannst du mir auch noch weitere Anregungen schicken, ich nehme sie dann in eine weitere Auflage dieses Artikels auf.
Hier und da gibt es schon eine kleine Anmerkung oder einen Link. Die meisten Einträge verstehen sich aber von selbst. Selbstverständlich kommt es bei allem auch auf das richtige Maß an. Es ist wohl klar, dass ein Glas Wein nicht die einzige Kraftquelle sein kann, die man von morgens bis abends „verwendet“. Aber nach vollendetem Tagwerk in aller Ruhe und Gemütlichkeit ein Glas Wein zu genießen (!) – das ist super! Ähnliches gilt auch für einiges andere auf dieser Liste.

Etwas physisch tun

1 Angeln
2 Aufräumen (aber keine Großaktion, nur mal eben schnell den Schreibtisch ordnen, dann genießen)
3 Basteln
4 Fahrrad fahren
5 Gartenarbeit
6 Handarbeiten
7 Handwerken
8 Kopfstand
9 Laufen
10 Schneeballschlacht (geht natürlich nur im Winter, wenn auch Schnee liegt, ebenso wie Nr. 11)
11 Schneemann bauen
12 Schwimmen
13 Spaziergang

Essen und Trinken genießen

14 Backen
15 Ein Glas frischgepressten Orangen-, Zitronen- und Grapefruitsaft
16 Ein Glas Wein
17 Etwas Süßes essen
18 Kaffee trinken (markuseichler.com)
19 Kochen
20 Obst essen
21 Tee trinken

Spielen

22 Computerspiel, Spieleapp
23 Puzzeln
24 Rätseln
25 Schach spielen
26 Schaukeln, Spielplatz
27 Spielen (ganz allgemein)

Hobbies

28 Fotografieren
29 Malen
30 Mandala malen
31 Modellbau
32 Modelleisenbahn
33 Zeichnen

Etwas psychisch tun

Lesen

34 Blog lesen
35 Ein Märchen lesen
36 Gedicht lesen
37 Hörbuch hören
38 Lesen, aber kein Fachbuch etc. Roman, Bildband…

Schreiben

39 Gute Erfahrungen aufschreiben, sammeln, durchlesen
40 Gute Rückmeldungen von anderen aufschreiben, sammeln, durchlesen
41 Schreiben (egal was)
42 Tagebuch schreiben
43 Tagesrückblick machen

Musik

44 Klassische Musik
45 Musik (allgemein, was dir gefällt)
46 Musikinstrument spielen
47 Pfeifen
48 Singen

Motivieren

49 Gutes Youtube-Video (wie wäre es mit einem Poetry-Slam? Such mal danach. Beispiel: Julia Engelmann)
50 Präsentationen (es gibt im Netz tolle Powerpoint-Präsentationen.)
51 Sprüche: Spruchbilder, Kalenderblatt…
52 Urlaubsfotos ansehen

Etwas spirituell tun

53 Beten
54 Bibel lesen
55 Glocken der nächsten Kirche, z.B. mittags Friedensgebet.
56 Gottesdienst
57 In eine Kirche gehen
58 Eine kurze Andacht machen (Morgenandacht)
59 Losung lesen

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Entspannen

60 Achtsam sein
61 Achtsamkeitsübung (zeitblueten.com)
62 Atemübung
63 Autogenes Training
64 Bad
65 Blumen anschauen
66 Dusche
67 Entspannen
68 Fokussieren
69 In der Sonne liegen, sitzen
70 Lauer Abend im Garten
71 Liegestuhl
72 Massage
73 Meditieren
74 Nichts tun
75 PMR, progressive Muskelentspannung
76 Schlafen, Nickerchen
77 Steine sammeln – Steine zerstreuen, (zeitblueten.com: Übung 7, vergleiche dazu den Bibelvers: Prediger 3, 5: Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit)
78 Tai-Chi
79 Tiere beobachten
80 Warmes Nackenkissen
81 Wellness
82 Yoga

Beziehungen pflegen

83 Danke sagen
84 Etwas mit Freunden unternehmen
85 Freund, Partner anrufen
86 Gespräch mit Menschen, die dir sympathisch sind
87 Grillen mit Familie, Freunden
88 Jemanden umarmen
89 Kompliment machen
90 Küssen
91 Lächeln
92 Mit Partner, Freund chatten
93 Sex

Größere Aktionen zum Kraft tanken

94 Dreamday (Dem Leben Richtung geben: In drei Schritten zu einer selbstbestimmten Zukunft*)
95 Kino
96 Konzert
97 Ein paar Tage im Kloster
98 Stillewochenende
99 Theater
100 Wandertag mit Freunden
101 Wellnesswochenende

Yeah, das war’s. 101 Kraftquellen für dich. Probier’s einfach mal aus.

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Zum Schluss

Bei Lebenskünstler Karl habe ich noch eine sehr umfangreiche und vor allem vergnügliche Liste von Kraftquellen – Karl nennt sie „Vergnüglichkeiten“ – gefunden. Schau sie dir mal an, es lohnt sich:
lebenskünstler.at

Jetzt noch zwei kleine Hinweise:

1. Wie schon im Artikel oben erwähnt, soll die Liste weitergeführt und vor allem mit Hinweisen und Tipps aus dem Netz versehen werden. Hast du eine Idee? Schreib doch einen Kommentar oder schick mir eine E-Mail: uwe@uwe-hermann.net.

2. Ich habe eine pdf-Datei erstellt, mit der du dir kleine Zettel ausdrucken kannst (DIN A7). Damit kannst du dir eine Kraftquelle auslosen, wenn du dringend eine nötig hast. Zieh dann einfach einen Zettel und tu das, was darauf steht (Ausnahmen bestätigen die Regel: Schneemann bauen im Sommer, von jetzt auf gleich in ein Wellnesswochenende fahren… Das geht eben nicht. Dann zieh einfach noch einmal). Die Zettel, mit Vorschlägen, die gar nicht dein Ding sind, kannst du einfach aussortieren. Selbstverständlich kannst du auch noch weitere Zettel mit deinen eigenen Kraftquellen beschriften (ein Leerblatt ist am Ende der pdf-Datei eingefügt).

Die Datei „101 Kraftquellen für den Alltag Druckvorlage.pdf“ kannst du dir kostenlos downloaden, wenn du dich für meinen Newsletter anmeldest. Dann bekommst du außerdem noch kostenlos mein E-Book „Beruf, Familie, Ehrenamt – und wo bleibst du?“ Trag dich einfach in das Formular unten ein. Wenn du schon angemeldet bist, dann findest du den Download unter dem Link, den ich dir in der Bestätigungsmail geschickt habe. Solltest du ihn nicht mehr finden, dann schicke ich ihn dir gerne noch einmal zu.

Lechajim – für das Leben!
Liebe Grüße und bleib von Gott behütet!
Uwe

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