Ich bin so aufgeregt. Das ist der erste Gastartikel auf meinem Blog! Geschrieben von meinem Freund Michael Gräb über das Thema Zitate. Michael ist Familienmensch, Polizist, Bürgermeister, Freund, Kuhhirte, Jugendarbeiter, Mediator, Mensch…

Wir reden schon seit langem immer wieder über Zitate. Oft gibt es Zitate, die eine Erfahrung auf den Punkt bringen. Ich selbst habe hier auf meinem Blog ein paar Spruchbilder mit Zitaten gemacht und möchte das auch weiter tun. Michael macht sich in diesem Artikel grundsätzliche Gedanken über Zitate.

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Jetzt aber genug der Vorrede, hier kommt Michas Text:

Michael Gräb über Zitate

Ich mag Zitate. Sie regen mich zum Nachdenken an. Zitate beinhalten Wahrheiten – wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen. Sieht man sie in Beziehung zu ihrem Urheber wird einem klar, dass die Worte nicht einfach nur daher gesagt wurden, sondern oftmals dessen Erlebtes widerspiegeln. Sehr häufig kommen Zitate erst zur Geltung, wenn deren Verfasser längst verstorben ist. Umso interessanter sind sie, denn dann wird rückblickend auf die entsprechende Person deutlich, was diese in ihrem Leben damit verband und was sie uns damit sagen will. Sozusagen sind Zitate der Ausdruck von Erfahrung, von Lebenserfahrung.

Wir können daraus lernen, wenn wir nur wollen. Meist sind es starke Persönlichkeiten, Personen des öffentlichen Interesses, Personen, die es zu etwas gebracht haben in ihrem Leben, deren Sinnsprüche zitiert werden. Politiker, Revolutionäre, Geistliche, erfolgreiche Geschäftsleute, Denker, Philosophen, Künstler.

„Die haben leicht reden, die meisten von denen haben es ja im Leben zu etwas gebracht! Sonst würde man deren Äußerungen doch gar nicht zitieren!“

„Wann hat man schon mal die Äußerung einer Hausfrau, eines Arbeiters, eines Handwerkers, eines Polizisten zitiert?“ Öffentlich, nicht am Stammtisch, wohlgemerkt. Da spricht man eher von sogenannten „Originalen“. Vielfach finden wir darunter Menschen, die gegen den Strom geschwommen sind, die ihre Eigenarten bewusst ausgelebt haben und sich nicht um die Meinung anderer geschert haben. Sie sind oder waren, wie sie halt sind oder waren. Haben sich nicht nach der Meinung anderer gerichtet und meist das ausgesprochen, was andere vielleicht nur gedacht haben.
Was den sogenannten Originalen fehlt oder gefehlt hat ist ganz einfach die Beachtung durch die breite Öffentlichkeit, die Plattform sozusagen. Und das liegt sicher in erster Linie an deren Position in der Gesellschaft. Nein, ich möchte hier nicht auf den Begriff der Zweiklassengesellschaft hinaus.

Es geht alleine darum, dass man definitiv den Äußerungen von Personen, welche in der Öffentlichkeit stehen, mehr Beachtung schenkt.

Sicher ist der eine oder andere geneigt, Zitate als schlaue Sprüche abzutun. Frei nach dem Motto: „Was geht mich das an? Betrifft mich eh nicht! Der oder die hat ja nicht meine Probleme! Für so etwas habe ich keine Zeit.“

Meine Frau, die mein Treiben, das muss ich wirklich anerkennen, wohlwollend beobachtet, hat angesichts meiner Schwärmereien – oder soll ich besser sagen „Phantastereien“ – einen für mich bemerkenswerten Ausspruch gebracht:

„Nicht die Menschen suchen sich die Zitate, sondern die Zitate suchen sich ihre Menschen.“

Das finde ich bemerkenswert und für mich trifft es das auf den Punkt.

Natürlich ist die grundsätzliche Voraussetzung die, dass man bereit ist, sich mit Zitaten auseinander zu setzen. Doch wenn man dies getan hat, wird einem schnell klar, dass es sich genauso verhält. In den unzähligen Sammlungen von Zitaten wird man schnell feststellen, dass nicht nur eines sondern einige auf einen selbst anwendbar sind, einem selbst Hilfestellung geben können.

Die Zitate kommen also zu uns…..

Offenheit und die Fähigkeit zur Selbstkritik, der Mut, über seinen eigenen Schatten zu springen, sind für mich hierbei unabdingbar.

Für mich sind Zitate Ratgeber, Zuspruch, Ermunterung, Weisheiten und Sinnbilder des Lebens.
Michael Gräb