Jahreslosung 2018

Die Jahreslosung 2018 steht in Offenbarung 21, 6:

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Mir juckt es in den Fingern, jetzt in die Tastatur zu hauen und über den Durst nach Leben zu schreiben. Den Durst im übertragenen Sinn! Dann würde ich fragen, was lebendiges Wasser bedeuten (!) soll. Okay, das werde ich gleich auch noch tun, aber jetzt bleib ich erst mal im Konkreten, bei Wasser, H2O, der klaren Flüssigkeit, die wir alle tagtäglich brauchen.

Wasser ist Wasser ist Wasser

Als erstes schaue ich bei Wikipedia in den Artikel zu Wasser. Dort gibt es eine Menge Informationen: naturwissenschaftlich, die Bedeutung des Wassers für den Menschen unter verschiedenen Gesichtspunkten, technische Aspekte…

Neben all den interessanten Fakten ist die wichtigste Frage doch wohl die, welche Rolle Wasser in unserem Alltag spielt. Wasser ist aus dem Alltag des Menschen nicht wegzudenken. Für uns in Deutschland ist es selbstverständlich, genug Wasser zu haben.

Wasser ist für uns natürlich zuerst ein Lebensmittel, eines der wichtigsten überhaupt. Ohne Wasser gibt es kein Leben und ohne etwas zu trinken – eben den Durst zu stillen – kann kein Mensch überleben.

Wir nutzen Wasser aber auch zum Waschen, zur Körperpflege, für die Wäsche der Kleidung, das Reinigen des Autos, der Wohnung und so weiter und so fort.

Für die Industrie, für die Produktion von allen möglichen Produkten wird eine Menge Wasser gebraucht.

Nicht zuletzt nutzen wir Wasser aber auch für Spaß und Freude und im Sport. Wir haben Schwimmbäder und Badeseen, schwimmen im Meer oder fahren mit dem Schiff. Ja selbst in gefrorener Form macht Wasser Spaß im Wintersport auf Schnee und Eis.

Wasser in der Welt

Ich möchte aber auch noch etwas weiter blicken. Nicht nur für mein persönliches Leben und meinen Alltag ist Wasser entscheidend wichtig. Es gibt leider Regionen in der Welt, in denen Wasser knapp ist.

Es ist schier unglaublich, dass jährlich Millionen Menschen aufgrund von Krankheiten sterben, die durch verunreinigtes Wasser verursacht werden. Fast eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und das, obwohl es ein Menschenrecht ist.

Im Jahr 2010 haben die UN den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu einem Menschenrecht erklärt.

In manchen Regionen, vor allem im Nahen Osten und in Nordafrika, ist die „Wasserkrise“ schon heute dramatisch. Man geht davon aus, dass sich diese Probleme in den nächsten Jahrzehnten deutlich ausweiten werden. Selbst Kriege um Wasser-Ressourcen werden nicht mehr ausgeschlossen.

Aus diesen Gründen hat die evangelische Hilfsorganisation „Brot für die Welt“ ihre diesjährige Aktion unter die Überschrift „Wasser für alle“ gestellt.

Natürlich ist der Vers der Jahreslosung 2018 ursprünglich im übertragenen Sinn für den Glauben geschrieben worden, aber warum können wir nicht auch ganz konkret darin sozusagen einen göttlichen Auftrag sehen, alle Menschen auf der Welt mit „lebendigem Wasser“, also sauberem Trinkwasser zu versorgen.

Spirituelle Bedeutung

Als Theologe und Pfarrer habe ich gelernt, von der spirituellen und ursprünglichen Bedeutung her zu denken und dann zu Konkretisieren. Ich weiß natürlich, dass das lebendige Wasser etwas mit dem ewigen Leben und das Trinken von dem Wasser, das Jesus anbietet, etwas mit dem Glauben zu tun hat. Das mag ja alles gut und richtig sein, aber, sorry, ich habe im Moment keine Lust auf dogmatische Richtigkeiten.

Ich möchte es einmal umgekehrt machen und vom Konkreten ins Spirituelle denken. Was können wir aus den Gedanken über „Wasser im Alltag und in unserer Welt“ für uns selbst und unseren Alltag und unseren Glauben lernen?

  1. Etwas so Unscheinbares und zumindest für uns in Deutschland so Selbstverständliches wie Wasser kann plötzlich ungeheuer wertvoll werden. Auch wenn sich das jetzt banal anhört, aber ist es nicht so, dass so oft im Leben gerade die kleinen Dinge den entscheidenden Unterschied machen. Man muss nicht immer nach Großem und Bedeutendem streben und schauen. Die Würze des Lebens liegt im Alltäglichen.
  2. Die unglaublichen Probleme in der Wasserversorgung der Menschen führt doch auch zurück zur Nächstenliebe und damit direkt zu einem klaren und konkreten Auftrag, den Jesus selbst uns Christen gegeben hat. Es ist eine spirituelle Aufgabe für uns, füreinander da zu sein und vielleicht auch einfach durch eine Spende an „Brot für die Welt“ einen kleinen Beitrag zu leisten.
  3. Wasser ist ein Lebensmittel – Mittel zum Leben sind in einem übertragenen Sinn ja auch alle Dinge, die wir zu einem guten und sinnvollen Leben brauchen. Natürlich ist das Wasser, Nahrung etc., aber auch ein Dach über dem Kopf, Menschen um uns herum, Familie… und auch geistige und kulturelle Dinge: Kunst, Bücher, Musik, Freude und Liebe, ja und auch der Glaube…
  4. Aus der reinigenden Funktion von Wasser kann auf eine „geistige Reinigung“ verwiesen werden. In der Kirche nennen wir das mit einem alten Wort „Buße“. Dieses Wort ist etwas in Ungnade gefallen heute, aber steckt darin nicht auch eine große Chance? Dass es möglich ist, auch nach Fehlern, die wir gemacht haben, neu anzufangen. Von falschen Wegen umzukehren. Überhaut immer wieder auch neue Wege gehen zu können.
  5. Der „Spaßfaktor“ von Wasser steht symbolisch für die Freude am Leben. Steckt das nicht auch in dem Wort vom „lebendigen Wasser“? Könnte es nicht sein, dass Gott genau das für uns will, für alle Menschen vorgesehen hat? Es wäre doch geradezu ein göttliches Ziel, wenn alle Menschen glücklich sein und voller Freude und zufrieden leben könnten.

Mein Projekt zur Jahreslosung 2018

Du siehst, dass diese Jahreslosung 2018 schon auf den ersten Blick sehr vielfältige Aspekte enthält. Ich habe mir vorgenommen, den Vers im Laufe des nächsten Jahres regelmäßig zu durchdenken und all diese Aspekte zu betrachten. Gerne würde ich das zusammen mit dir machen.

Ich plane deshalb einen Online Kurs „Mit der Jahreslosung 2018 durch das Jahr“. Ich habe schon viele Ideen dazu und einiges vorbereitet. Ich möchte dich aber bitten, mich bei diesem Projekt zu unterstützen. Dies kannst du tun, indem du mir sagst – in den Kommentaren oder per Mail –, was dich besonders interessieren würde. Stell dir vor, du würdest einen solchen Kurs buchen, welche Fragen sollten beantwortet, welche Themen behandelt und welche Informationen gegeben werden? Gerne kannst du mir auch mitteilen, ob du überhaupt Interesse an so einem Kurs hättest.

Alle Leserinnen und Leser, die mir bei diesen Vorbereitungen helfen, bekommen ein besonderes Angebot, wenn der Kurs im Januar startet. Die ersten fünf, die mir per Mail schreiben, können an dem Kurs kostenlos teilnehmen. Alle weiteren, die sich mit Ideen und Gedanken melden, bekommen einen Rabatt von 50‘% auf den regulären Preis.

Ich freue mich auf deine Rückmeldung!

Lechajim – für das Leben!
Liebe Grüße und bleib von Gott behütet!
Uwe