Die Adventszeit ist der Anfang des Kirchenjahres

Das Kirchenjahr beginnt mit dem ersten Sonntag im Advent, dem 1. Advent.

Die Zeit des Advents gehört zum sogenannten Weihnachtsfestkreis, der sich um den 25.12., dem Christfest, gebildet hat. Achtung: Weihnachten ist nicht am 24.12.! Der Heilige Abend ist der Vorabend zur eigentlichen Christnacht, in der wir uns an die Geburt Jesu erinnern.

Die Mitte dieses Abschnitts im Kirchenjahr ist die eigentliche Weihnachtszeit. Die Adventszeit liegt davor und die Wochen nach Weihnachten werden Epiphaniaszeit genannt. Insgesamt nennt man das den Weihnachtsfestkreis.

Die Adventszeit ist eine Bußzeit

Die Adventszeit ist eigentlich eine auf das Weihnachtsfest vorbereitende Bußzeit. Sie dient also vor allem dazu, dass wir Christen uns innerlich darauf vorbereiten, Weihnachten angemessen zu feiern. Dazu gehört, sich auch Gedanken über die Bedeutung zu machen.

Früher durfte in der Adventszeit nicht getanzt oder große Feste gefeiert werden. Vergleichbar mit der Fastenzeit (Passionszeit) vor Ostern wurde auch in der Zeit vor Weihnachten gefastet.

Diese „Vorschriften“ wurden aber nie so streng eingehalten wie vor Ostern und verschwanden später fast ganz aus dem Bewusstsein der Christen. Wahrscheinlich überwog einfach die Vorfreude auf das Weihnachtsfest.

Die Bedeutung des Advents

Advent (lat. adventus) heißt Ankunft. Dieses lateinische Wort ist gleichbedeutend mit dem griechischen Wort epiphaneia, von dem die Epiphaniaszeit ihren Namen hat.

Adventus „bedeutete im Römischen Reich Ankunft, Anwesenheit, Besuch eines Amtsträgers, insbesondere die Ankunft von Königen oder Kaisern … Es konnte aber auch die Ankunft der Gottheit im Tempel ausdrücken.“ (wikipedia „Advent“)

Für uns Christen hat die Adventszeit eine dreifache Bedeutung, die sich auf diese römischen Vorstellungen bezieht. Wie damals der Kaiser, so kommt Jesus Christus. Der Sohn Gottes kommt! Dies gilt in dreifacher Beziehung:

  1. Er kommt als Kind in der Krippe im Stall von Bethlehem in unsere Welt. Daran erinnern wir uns an Weihnachten, darauf bereiten wir uns in der Adventszeit vor.
  2. Er kommt auch heute zu mir und zu dir. Damit wird die Erinnerung lebendig und hat Auswirkungen in unserem alltäglichen Leben. Darüber denken wir in der Adventszeit nach.
  3. Der Sohn Gottes wird als Herrscher wiederkommen „am Ende aller Zeit“. Diese Erwartung der Wiederkunft Jesu ist heute wohl etwas verblasst. Im Blick auf den Zustand unserer Welt lohnt es sich aber wohl, darüber nachzudenken, was das für uns bedeuten kann.

Etwas aus der Geschichte

„Das erste sichere Zeugnis für die Begehung einer Adventszeit stammt von Bischof Perpetuus von Tours (gest. 490).“ (Karl-Heinrich Bieritz, Das Kirchenjahr*)

Es gab ganz unterschiedliche Abgrenzungen der Adventszeit. Manche feierten sechs, andere fünf und wieder andere vier Adventssonntage. Erst im 6. Jahrhundert setzte sich die Zahl der vier Adventssonntage durch. Auch die inhaltliche Prägung der Sonntage mit biblischen Lesungen, Psalm, Liedern usw. veränderte sich im Laufe der Jahrhunderte. Allerdings blieben die drei eben beschriebenen inhaltlichen Schwerpunkte immer mehr oder weniger erhalten.

Die Adventszeit beginnt, wie bereits gesagt, immer am 1. Advent, also an einem Sonntag. Weil das Christfest am 25.12. jedes Jahr auf einen andern Wochentag fällt, ist die Adventszeit also verschieden lang. Sie kann zwischen 28 und 22 Tage dauern.

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Ich wünsche dir eine wunderschöne und gesegnete Adventszeit!
Lechajim – für das Leben!
Mit herzlichen Grüßen und bleib von Gott behütet!
Uwe