Glaub an dich! – Was heißt das?

Glaubst du an dich selbst? Vor kurzem sagte jemand zu mir: Ich habe genug damit zu tun, an mich selbst zu glauben. Das hat mir einiges zu denken gegeben. Offensichtlich ist es also gar nicht so einfach, an sich selbst zu glauben. Außerdem scheint das den Glauben an Gott unmöglich oder doch zumindest schwierig zu machen. Könnte man also sagen: Der Glaube an Gott ist nicht sicher vor dem Glauben an mich selbst? Aber auch der Glaube an mich ist nicht sicher vor mir selbst. Zweifel, Fehler, Schwächen… – all das kann mir das unmöglich machen. Ich habe mir zunächst die Frage gestellt: Glaub an dich! – Was heißt das?

An mich selbst glauben? Was bedeutet das eigentlich? Auf jeden Fall hat es doch etwas mit meinem Selbstbewusstsein zu tun. Wenn ich an mich selbst glaube, dann weiß ich, dass ich jemand bin, einen Wert habe und – kann man so weit gehen? – mein Leben einen Sinn hat. Damit akzeptiere ich mich selbst, mit meinen Fehlern und Schwächen, aber auch mit meinen Stärken.

Glaub an dich! – Nicht immer einfach!

Gerade meine Fehler und Schwächen können es aber so problematisch machen, an mich selbst zu glauben. Erst recht, wenn in meinem Leben etwas schief geht, in Krankheitszeiten oder wenn ich arbeitslos bin. Oder wenn es Streit gibt mit Menschen, die mir wichtig sind. Wenn ich das Gefühl habe, nicht geliebt, nicht geachtet, nicht gebraucht zu werden.

Und das mit den Stärken ist sowieso nicht so einfach. Hat man uns nicht beigebracht, bescheiden zu sein? Wer kann schon voller Selbstbewusstsein sagen, was er gut kann, wo seine Stärken liegen.

Noch etwas finde ich schwierig beim Glauben an mich selbst. Wenn jemand sagt: „Glaub an dich!“, dann kann das auch eine Überforderung werden. „Du schaffst das schon – glaub nur an dich! Wenn du dich nur genügend anstrengst, dann wird alles gut! Glaub an dich!“ Oh Mann! Hängt denn alles nur von mir ab? Muss ich alles selbst leisten, sogar den Glauben an mich selbst?

Versteht mich nicht falsch: Wenn jemand an sich selbst glauben kann, dann ist das eine tolle Sache! Aber so einfach ist das eben nicht immer. Als Forderung wird es ganz schief. Manchmal ist der Glaube an mich nicht sicher vor mir selbst.

Glaub an dich! – und glaub an Gott!

Es ist nicht immer einfach an sich selbst zu glauben. Das gebe ich zu und habe es auch schon selbst erfahren. Ich frage mich aber, ob es wirklich eine Alternative ist entweder zu sagen: „Ich glaube an mich!“ oder „Ich glaube an Gott!“ Meine Antwort ist ganz klar: Es ist keine Alternative – im Gegenteil!

Das dreifache Gebot der Liebe

Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst – das Dreifach-Gebot der Liebe. Jahrtausende lang wurde der dritte Teil vergessen: sich selbst lieben, akzeptieren, an sich selbst glauben. Aber wir drohen heute nur noch den dritten Teil zu sehen. Vergessen wir nicht, dass dieses „Gebot“ – liebe dich selbst – verbunden ist mit der Liebe zum Nächsten und der Liebe zu Gott.

Mein Problem dabei ist aber immer noch, dass es wieder einmal um ein „Gebot“ geht. Es geht wieder von mir aus. Ich bin der, der lieben will, soll, muss – jetzt sogar mich selbst. Was ist denn, wenn ich das nicht kann? Dann bin ich gänzlich auf mich selbst angewiesen.

Gott glaubt an dich!

Ich brauche einen Halt außerhalb meiner selbst. Partner, Familie, Freunde – und Gott! Ich habe nicht immer alle Kraft, Liebe, Glauben… aus mir selbst heraus. Ich brauche jemanden, der mir die Kraft, den Glauben schenkt. Andere Menschen, denen ich wichtig bin, können da schon äußerst hilfreich sein. Wir alle brauchen diesen Zuspruch von anderen Menschen!

Für mich als Christ ist aber auch wichtig, dass ich diesen Zuspruch von Gott bekomme. Deshalb wird das dreifache Gebot der Liebe in der Bibel durch den Zuspruch ergänzt, ja erst auf ein Fundament gestellt:

Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte. Jeremia 31, 3
Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Johannes 3,16

Ich habe dich je und je geliebt. – So sehr hat Gott die Welt geliebt. Das ist für mich das Fundament des „Glaub an dich!“ Erst, wenn Gott mich liebt, oder anders ausgedrückt: Wenn Gott an mich glaubt, dann kann ich auch an mich selbst glauben und dann ist auch mein Glaube an Gott sicher vor mir selbst.

Wenn ich Probleme damit habe, an mich selbst zu glauben, dann glaubt Gott an mich.

Deshalb: Glaub an Gott und glaub an dich – Weil Gott schon immer an dich glaubt!

Lechajim – für das Leben!
Mit herzlichen Grüßen und bleibt von Gott behütet!
Uwe