Wie oft hört man diesen Satz: „Die Jugend von heute …“ Die drei Pünktchen am Schluss sind dann besonders wichtig. Meist verbergen sich dahinter unausgesprochen negative Beschreibungen. Vielleicht etwas in der Art: „… hat keinen Respekt mehr“ oder „… ist faul“ oder „… ist nichts mehr gewöhnt“.

Ich bin zurzeit mit 36 Jugendlichen und einem Team von Mitarbeitern auf einer Jugendfreizeit in Frankreich (www.kanufreizeiten.de). Da kann man so manches erleben. Durchaus auch in dem Sinne der Pünktchen, die ich gerade beschrieben habe.

Da kann man aber noch ganz anderes erleben. „Die Jugend von heute …“ Und dann bedeuten die drei Pünktchen vielleicht auch: „… kann auch ganz freundlich und hilfsbereit sein“ oder „… macht sich viele Gedanken über Gott und die Welt“ oder „… sehnt sich nach Erwachsenen, die sie ernst nehmen“. Ich könnte noch viel mehr nennen.

Gestern haben wir uns mit ein paar Mitarbeitern über einen Teilnehmer unserer Freizeit unterhalten, der uns etwas Sorgen macht. Dabei redete einer unserer Mitarbeiter aber immer wieder von den positiven Erfahrungen, die er in den letzten Tagen mit diesem Jugendlichen gemacht hat. Mir fiel auf, wie sehr dieser Mitarbeiter immer das Gute in einem Menschen sieht. Nicht naiv – die Schwierigkeiten blendet er nicht aus – aber er lässt sich nicht von den Problemen bestimmen.

Ist das nicht angewandter Glaube im Alltag? Gott schaut uns Menschen alle mit Augen der Liebe an. Er übersieht dabei nicht, was wir alles falsch machen, aber er hält seine Arme immer für uns offen.

Ich glaube, das ist auch unsere Aufgabe als Christinnen und Christen: alle Menschen, denen wir begegnen, mit den Augen Gottes anschauen. Und das gilt auch und ganz besonders für unsere Jugend!

Wie sehen Sie die Jugend von heute?

Lechajim – für das Leben!
Mit herzlichen Grüßen und bleiben Sie behütet!
Uwe Hermann, Pfr.